Mi, 18. Juli 2018

Reifer Hugh Grant

23.11.2016 12:09

"Florence Foster Jenkins": Meryl kann nicht singen

Meryl Streep kann bekanntlich alles. Sie kann sogar so tun, als könne sie nicht singen. In Stephen Frears' Tragikomödie "Florence Foster Jenkins" (Kinostart: 25. November) verkörpert die 67-Jährige jene exzentrische Millionärin, die als schlechteste, aber auch mutigste Opernsängerin in die Geschichte einging. An ihrer Seite brilliert Hugh Grant in seiner wohl bisher besten, reifsten Rolle.

Im Jahr 1944 ist die schwerreiche Erbin Florence Foster Jenkins (Streep) eine fixe Größe in den gehobenen Kreisen New Yorks. Überrannt und legendär sind ihre Auftritte im von ihr gegründeten Verdi-Club, in dem sie sich in extravagante Kostüme und aufwendige Perücken wirft, um in Tableaux vivants die Walküre oder Königin der Nacht zu geben.

Doch den Traum einer Karriere als Opernsängerin hat sie, deren "Lebensinhalt die Musik" ist, sich nie erfüllt - und beschließt, das nachzuholen, bevor es zu spät ist. Was Florence nicht weiß (bzw. selbst nicht hört): Sie hat eine grauenhafte Stimme und keinerlei Gefühl für Rhythmus und Intonation.

Weder ihr Ehemann St Clair Bayfield (Grant) noch ihr Gesangscoach oder ihre vielen Anhänger sagen ihr das, beeindruckt Florence doch alle mit ihrem Selbstbewusstsein, wenn sie voller Inbrunst in Fantasiesprache Arien schmettert. Auch ihrem anfangs entsetzten neuen Konzertpianisten Cosmé McMoon (Simon Helberg) wächst sie bald ans Herz. "Sie ist eigen, aber großzügig", versichert Florences Ehemann dem um seinen Ruf besorgten Nachwuchsmusiker. "Unsere Welt ist eine glückliche."

Dass sich ihr Publikum beim ersten öffentlichen Konzert nach langer Zeit weder vor Lachen zerkugelt noch vor Grauen verzieht, liegt an den peniblen Vorbereitungen von St Clair, der nur eingeschworene Fans der eigenwilligen Dame zulässt und Musikkritiker besticht.

Die rosarote Welt droht auseinanderzufallen, als eine Privataufnahme von Florences "Gesang" im Radio landet. Die Reaktionen der Hörer fallen derart euphorisch aus, dass sich Florence ein gewagtes Ziel steckt: vor 3.000 Menschen in der berühmten Carnegie Hall singen. Und St Clair tut sein Möglichstes, die drohende Demütigung abzuwehren...

Die wahre Geschichte vom umjubelten, ausverkauften Auftritt in der Carnegie Hall von Florence Foster Jenkins (1868-1944) hat schon zuvor Theater- und Filmemacher inspiriert. Hat der französische Regisseur Xavier Giannoli die Handlung zuletzt mit "Madame Marguerite" (2015) ins Paris der frühen 20er-Jahre verlegt, bleibt der Brite Stephen Frears ("Die Queen", "Philomena") Jenkins' Biografie weitgehend treu.

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