27.09.2006 16:21 |

Prüfung verlangt

Bundesvergabeamt stoppt Bau der Nordautobahn

Knalleffekt bei der Vergabe der Nordautobahn (A5) zwischen Wien und Mistelbach (NÖ): Das Bundesvergabeamt hat eine "Einstweilige Verfügung" gegen die Vergabe von Planung, Bau und Betrieb von Österreichs erster Privatautobahn erlassen. Eine zusätzliche Bauverzögerung für das 850 Millionen Euro Projekt werde es dadurch nicht geben, betonte die Asfinag am Mittwoch.

Man sei nach wie vor zuversichtlich, dass die Bieterauswahl letztendlich abgesegnet werde.

Eine inhaltliche Entscheidung zu den Einsprüchen soll in den nächsten sechs Wochen fallen, hieß es heute vom Bundesvergabeamt. Der Erlass einer "Einstweiligen" sei im übrigen nichts Besonders, dies würde zu 80 bis 85 Prozent bei derartigen Fällen vorkommen. Anlass für die Verfügung sei der vorläufige Rechtsschutz auf Grund von EU-Richtlinien gewesen.

Unterlegene Bewerber verlangen Nachprüfung
Die "Einstweilige" wurde von den unterlegenen Bietern Bilfinger-Berger und Akor (Porr/Strabag/Raiffeisen/Bank Austria) gegen den von der Asfinag auserkorenen bevorzugten Bieter, das deutsch-französisch-spanische Konsortiums "Bonaventura" (Alpine/Hochtief) erwirkt. Bilfinger-Berger hatte argumentiert, dass sowohl Akor wie auch Alpine aus dem Verfahren wegen schwerer Verfahrensmängel auszuscheiden hätten oder überhaupt das Verfahren neu aufzurollen sei.

Von Akor war hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass man auf keinen Fall eine Neuausschreibung wolle: "Wir glauben, dass das niemand will, jede andere Lösung wäre dem vorzuziehen." Von Alpine liegt bis dato keine Stellungnahme vor. Die Nordautobahn ist ein Öffentlich-Privates Projekt und soll nach Meinung der Regierung ein Musterbeispiel für künftige "privatisierte" Infrastrukturprojekte sein. Im Herbst 2009 sollte die 51 Kilometer lange vierspurige Strecke komplett fertig sein.

Montag, 21. Juni 2021
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