13.09.2006 20:35 |

Öl ins Feuer

"Grauslich", aber kein Konkurs

Die ÖGB-Bilanz für das Jahr 2005 ist laut dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, bereits fertig und sie sieht „grauslich“ aus. Der prominente Christgewerkschafter forderte daher am Mittwochabend die Gewerkschaftsspitze auf, die Bilanz offen zu legen. Innerhalb von drei Tagen könne ein Bundesvorstand dazu eingeladen werden und die Aktion abgeschlossen werden.

Zahlen wollte Neugebauer nicht nennen, da dies Sache des Präsidenten bzw. des Finanzreferenten sei. Ein Konkurs sei es aber nicht. Gespannt ist der GÖD-Chef auch schon auf das Budget 2006. Dieses werde „ein Hammer“.

Organisationsreform so schnell wie möglich
Vehement drängt Neugebauer auf den Abschluss der Organisationsreform. Dabei solle ein Konzept realisiert werden, das einerseits den Weiterbestand der Teilgewerkschaften garantiere und andererseits diesen Teilrechtsfähigkeit gewähre. Sollte es nicht rasch zu so einer Verständigung kommen, werde die GÖD bei ihrem nächsten Gewerkschaftstag im Dezember beschließen, keine Mitgliedsbeiträge mehr an die Dachorganisation zu überweisen und diese Gelder stattdessen einmal auf ein Konto legen.

Kein Austritt der GÖD aus dem ÖGB
Einen Austritt aus dem ÖGB würde dies freilich nicht bedeuten, betonte Neugebauer. Man werde sich selbstständig als Verein im Verein ÖGB konstituieren. Dann könnte der Gewerkschaftsbund die GÖD zwar theoretisch ausschließen, realpolitisch bezweifle er allerdings, ob dies tatsächlich geschehen könnte.

Teilgewerkschaften wollen weniger zahlen
Ein besonderes Anliegen ist es dem Beamtenchef, dass seine Gewerkschaft weniger Beiträge als bisher (30 Prozent der Mitgliedsbeiträge) an die Dachorganisation abliefern müsse. Hier sieht er sich auf eine Linie mit Gemeindebediensteten und Metallern. Nichts abgewinnen kann Neugebauer Überlegungen der Privatangestelltengewerkschaft, die Teilorganisationen aufzulösen.

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