Mi, 19. September 2018

Auf Geheiß der Stadt

22.12.2015 16:42

Wiener Mieter musste Wohnung vor Auszug demolieren

Wohnungsnot, knappe Budgets und dann das: Beim Auszug musste Wilhelm M. seine ansehnliche Gemeindewohnung in Wien-Floridsdorf regelrecht verwüsten, um sie zurückgeben zu dürfen. Dabei hätte es Nachmieter gegeben, die dort gerne eingezogen wären. Jetzt wird die 80-Quadratmeter-Bleibe renoviert, auf Kosten aller anderen Bewohner der Anlage.

Im Laufe der Jahre hatte Wilhelm M. seine Wohnung am Mühlweg 43 beträchtlich aufgewertet: Der Lkw-Fahrer ersetzte auf eigene Kosten alle Türen ("Die alten waren total undicht!"), baute eine Fußbodenheizung ein, verflieste Bad und WC. Diesen Herbst zog er mit seiner Partnerin in ein Reihenhaus.

Mieter musste alles herausreißen
Seine Wohnung wollte er einer fünfköpfigen österreichischen Familie überlassen - "ohne einen Cent Ablöse". Die Betroffenen bestätigen: "Wir wären gerne eingezogen, weil sie größer als unsere Gemeindewohnung ist." Abgelehnt!

Die Familie erfüllte nämlich nicht alle Vergabekriterien. Dafür wurde Wilhelm M. aufgefordert, sein Domizil im "Urzustand" zurückzugeben. "Ich musste alles herausreißen. Jetzt ist die Wohnung eine komplette Baustelle. Das ist typisch für die Geldverschwendung im Gemeindebau."

"Geld wegen zu starrer Regeln verbrannt"
Wiener-Wohnen-Sprecherin Renate Billeth beruft sich auf die strikten gesetzlichen Vorgaben. Alle Umbauten seien einst ohne Bewilligung erfolgt. Auch die Elektrik müsse erneuert werden. "Oft sind Mieter-Umbauten zwar wohnlich, entsprechen aber nicht mehr den Raumvorgaben oder dem aktuellen Stand der Technik."

"Ein Fall von vielen, wo Geld wegen zu starrer Regeln verbrannt wird. Stadtrat Michael Ludwig muss eingreifen", wettert Michael Niegl, Gemeinderat und Wohnsprecher der FPÖ.

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