Atom-Problem

Panne macht Temelín noch gefährlicher

Nach einem massiven Ausfall der Sicherheitssysteme steht Block 1 des tschechischen Atomkraftwerkes still. Oberösterreichs Atom-Beauftragter Radko Pavlovec begleitet das mit einem Alarmruf: „51 der 61 Steuerstäbe, die eine Sofortabschaltung garantieren sollen, funktionieren nur fehlerhaft. Der Betrieb des ersten Reaktorblocks ist nicht mehr verantwortbar!“

Probleme mit der Reaktorkühlung brachten die neuen Sicherheitsrisken ans Tageslicht: Denn beim Drosseln der Leistung des Temelín-Blocks 1 stellte sich laut Pavlovec heraus, dass es massive Fehlfunktionen beim Notabschaltesystem gebe. „51 der 61 Steuerstäbe funktionieren nur fehlerhaft. Das ist, als wären bei einem fahrenden Lkw fünf von sechs Bremsen defekt“, so der Landesexperte für grenznahe Atomkraftwerke.

Diese Steuerstäbe fallen bei einem Störfall zwischen die Brennstäbe und sollen so eine weitere Kettenreaktion verringern oder verhindern. Doch laut Pavlovec arbeiten viele der Stäbe nicht richtig und sind schlicht zu langsam - was die Gefährlichkeit des Atomkraftwerkes im Problemfall drastisch erhöht.

Die Stilllegung von Reaktorblock 1 gelang diesmal trotzdem noch, Pavlovec warnt aber vor einer Wiederaufnahme des Betriebs: „Die Situation ist so, dass das unverantwortlich wäre. Dieser Zwischenfall ist viele Stufen ernster als alles bisher Dagewesene. Es müsste nun auch die EU endlich eingreifen!“

Solches Eingreifen fordert auch FP-Klubobmann Günther Steinkellner. Sein Parteichef Lutz Weinzinger möchte gar EU-Sanktionen gegen Tschechien.

 

 

 

Foto: "Krone"

Donnerstag, 17. Juni 2021
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