Mi, 12. Dezember 2018

Toter Komet

02.11.2015 10:05

Halloween-Asteroid sieht aus wie ein Totenschädel

Bilder des Asteroiden 2015 TB145, der am Samstag gegen 18 Uhr in einer - aus astronomischer Sicht - geringen Entfernung von 486.000 Kilometern an der Erde vorbeigerast ist, zeigen einen Himmelskörper, der frappant an einen Totenschädel erinnert. "Es scheint, als habe er für seinen Halloween-Vorbeiflug ein Totenschädel-Kostüm angezogen", wird Forscherin Kelly Fast auf der Website der US-Weltraumbehörde NASA zitiert.

Nach Angaben der NASA handelt es sich bei dem Himmelskörper mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um einen sogenannten toten Kometen, der nach vielen Umläufen um die Sonne keinen Schweif mehr hat. Mit einem Durchmesser von rund 600 Metern war 2015 TB145 mit bloßem Auge von der Erde aus nicht zu sehen, wohl aber mit Teleskopen.

Als der gewaltige Steinbrocken um 18.01 Uhr (MEZ) seine erdnächste Position erreichte war er immer noch 486.000 Kilometer von der Erde entfernt - das entspricht in etwa der 1,3-fachen Distanz zwischen der Erde und dem Mond. Im Vorfeld hatte die NASA 2015 TB145 zunächst den Beinamen "Großer Kürbis" gegeben, weil sie den Vorbeiflug zum Halloween-Fest vorausgesagt hatten. Beim Näherkommen glich der Asteroid jedoch eher einem Totenschädel, wie die Forscher bei der Auswertung von Bildern des Aricebo-Observatoriums herausfanden.

Übrigens: Dafür, dass wir in der Aufnahme einen Totenschädel erkennen, ist eine als Pareidolie bezeichnete Tendenz des menschlichen Gehirns verantwortlich, in Strukturen wie beispielsweise Gesteins- oder etwa Wolkenformationen alltägliche Dinge oder Objekte zu erkennen.

2015 TB145 war einst ein Komet
"Wir haben herausgefunden, dass das Objekt ungefähr sechs Prozent des Lichtes, das es von der Sonne erhält, wieder reflektiert", sagte Vishnu Reddy vom Planetenforschungsinstitut in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Damit habe 2015 TB145 die Reflexionsfähigkeit von frischem Asphalt. Was auf der Erde als wenig erscheint, sei für Kometen, die durchschnittlich drei bis fünf Prozent des Sonnenlichts reflektieren, ziemlich viel. Das lege nahe, dass der Himmelskörper einst ein Komet gewesen ist, so Reddy. Weil aber kein Schweif zu sehen ist, werde gefolgert, dass es sich bei 2015 TB145 um einen toten Kometen handelt.

2015 TB145 war erst am 10. Oktober mithilfe des Pan-STARRS-Teleskops PS1 auf dem Vulkan Haleakalâ auf Hawaii entdeckt worden. Zuletzt war 2006 ein Objekt dieser Größe so nah an unserem Planeten vorbeigeflogen. Von den bisher bekannten Asteroiden wird ein vergleichbar großes Objekt in ähnlicher Entfernung erst wieder im August 2027 erwartet, berichtet die NASA. Allerdings werden nahe Asteroiden-Begegnungen - wie das Beispiel 2015 TB145 zeigt - auch oft erst kurzfristig entdeckt.

Im Video (englisch) erklärt Forscherin Marina Brozovic vom Jet Propulsion Laboratory der NASA, wie die Astronomen Radarteleskope nutzten, um den Asteroiden 2015 TB145 bei seinem Vorbeiflug genau unter die Lupe zu nehmen:

Seltene Bedrohung aus dem All
Laut Angaben der amerikanischen Weltraumbehörde ist nur alle 2000 Jahre mit dem Einschlag eines über 100 Meter großen Geschosses zu rechnen, das die Einschlagsregion verwüsten kann. Mit einem Asteroiden, der die irdische Zivilisation bedrohen kann, sei statistisch gesehen überhaupt nur alle paar Millionen Jahre zu rechnen, heißt es. Mit globalen Folgen rechnen Experten erst bei einem Einschlag eines mehr als einen Kilometer großen Objekts.

Grundsätzlich werden Asteroiden, die der Erde nahe kommen, erst ab einem Durchmesser von rund 30 Metern als gefährlich eingestuft. Von Himmelskörpern dieser Größe sind bis dato knapp 10.000 bekannt. Deshalb verstärken die NASA und ihr europäisches Pendant, die ESA, die Suche nach großen Exemplaren mit Teleskopen etwa in Arizona, auf Hawaii oder auf Teneriffa. Mit ihnen wollen sie potenziell für die Erde gefährliche Asteroiden möglichst früh entdecken.

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