So, 19. August 2018

Wunder von Nepal

30.04.2015 15:16

Kleiner Bub lebend aus Erdbebentrümmern geborgen

Nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Nepal gab es in der Hauptstadt Kathmandu auch einen Moment der Hoffnung und der Freude: Während bis Donnerstag die Zahl der Todesopfer auf rund 5.500 anstieg, konnten die Rettungskräfte einen vier Monate alten Buben lebend aus den Trümmern bergen.

Wie nun bekannt wurde, ereignete sich das Wunder von Nepal bereits am Sonntag. Der Kleine namens Sonit Awal lag nach dem Beben rund 20 Stunden in der Ruine des Hauses seiner Familie, ehe er von Soldaten gerettet werden konnte. Das Baby ist bis auf ein paar Kratzer ohne Verletzungen davongekommen. Ein Augenzeuge schilderte den bewegenden Moment mit den Worten: "Trotz der vielen Todesopfer musste ich lächeln, als das Kind geborgen wurde. Alle Anwesenden klatschten und applaudierten."

Überlebende versuchen, wieder in den Alltag zurückzufinden
In Kathmandu versuchen die Menschen indes, langsam wieder in den Alltag zurückzufinden. Die Banken nahmen den Betrieb erstmals seit der Katastrophe vom Samstag wieder auf. Auch einige Geschäfte, Restaurants und Cafés öffneten wieder. Viele Familien verließen die Zelte und kehrten in ihre Häuser zurück. Die Zahl der Nachbeben nahm ab und die Erdstöße wurden schwächer. Schulen und Universitäten blieben nach offiziellen Angaben zunächst geschlossen, die Gerichte aber arbeiteten wieder, wenn auch eingeschränkt. Auch Strom war in Teilen der Stadt wieder verfügbar.

Außerhalb der Hauptstadt war die Tätigkeit der Rettungskräfte beschwerlich. Heftige Regenfälle behinderten die Arbeit in der bergigen Region. Viele Menschen befürchteten Erdrutsche. Auch Trümmer, fehlende Logistik und der schlechte Handy-Empfang bereiteten Probleme, berichtete das UNO-Büro für Katastrophenhilfe. Trotz der Widrigkeiten erreichten erste Teams entlegene Gebiete und verteilten Hilfsgüter.

Wiener Katastrophenhelfer: "Es fehlt an Zelten"
"Es fehlt an Zelten", sagte Andreas Zinggl, Katastrophenhelfer der Caritas. Der Wiener hatte in einer bergigen Region 90 Kilometer außerhalb von Kathmandu Hilfslieferungen unterstützt. In einem Dorf waren laut ihm 90 Prozent der Häuser zerstört. "Die betroffene Region wurde bisher kaum von Hilfe erreicht", hielt Zinggl fest. "Der Unmut wächst langsam." Die Menschen seien sehr aufgebracht, zum Teil wüssten sie aber nicht, dass andere Bezirke auch stark von der Naturkatastrophe betroffen waren.

Bei dem Beben der Stärke 7,8 am Samstag kamen allein in Nepal mindestens 5.489 Menschen ums Leben gekommen. Helfer fürchten, dass die Zahl noch deutlich steigt, wenn weitere abgelegene Regionen in Nepal erreicht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.