28.03.2006 08:20 |

Millionenschäden

Tornado verursacht schwere Schäden

Ein schweres Unwetter mit einem Tornado hat in Hamburg Schäden in Millionenhöhe angerichtet und zwei Menschen das Leben gekostet. Im Hamburger Süden tobte ein Wirbelsturm und sorgte für einen stundenlangen Stromausfall, von dem bis zu 300 000 Menschen betroffen waren. Zwei Menschen starben und zwei weitere wurden verletzt, als Baukräne umstürzten, teilte die Feuerwehr mit. Der komplette Bahnverkehr in Richtung Süden war nach Blitzeinschlägen stundenlang blockiert.

Nach einer Nacht ohne Strom sind am frühen Dienstagmorgen alle Haushalte im Hamburger Süden wieder ans Netz angeschlossen worden. Seit rund sechs Uhr würden die mehr als 70 000 Haushalte wieder mit Strom versorgt, sagte ein Sprecher des Energieversorgers Vattenfall Europe.

Ein Feuerwehrsprecher berichtete von zahlreichen abgedeckten Dächern, umgeknickten Bäumen und abgerissenen Stromleitungen. Über 500 Kräfte von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr waren am Montagabend unterwegs. Die Polizei war mit 500 zusätzlichen Beamten im Einsatz. Unter anderem, um Einbrüchen vorzubeugen.

Blitzeinschläge legen Schienenverkehr lahm
Nach Blitzeinschlägen in den Stellwerken in Hamburg-Altona, Hauptbahnhof und Harburg kam der Regional- und Fernverkehr in Hamburg für eineinhalb Stunden zum Erliegen. Die Signale schalteten nach der Störung automatisch auf Rot um. Auf der Süderelbbrücke fuhr eine S- Bahn auf eine Metallplatte und blieb stehen. Der gesamte Bahnverkehr in Richtung Süden musste bis etwa 23.00 Uhr gesperrt werden. Es kam nach Angaben eines Bahnsprechers zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen.

Die Wasserversorgung im Hamburger Süden fiel stundenlang aus, da die Pumpen im Wasserwerk lahm gelegt waren. Das Allgemeine Krankenhaus in Harburg musste auf Notstromversorgung umschalten. Noch am Dienstagmorgen war die Feuerwehr vor Ort, um bei einem weiteren Stromausfall eingreifen zu können.

Sturm lässt Baukräne umkippen
Auf einem Abriss-Grundstück in der Harburger Schlossstraße kippten mehrere Baukräne um. Zwei Kranführer befanden sich nach Polizeiangaben in ihren Kabinen, als der Sturm einsetzte. Sie kamen bei dem Sturz ums Leben. Zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Gegen 19.00 Uhr hatte nach Angaben eines Vattenfall Europe- Sprechers ein Wirbelsturm das Aluminiumdach einer Bootswerft im Harburger Hafen abgedeckt und auf Stromleitungen geschleudert. Dabei wurde eine Höchstspannungsleitung beschädigt und eine weitere Leitung durchtrennt, was zu einem Kurzschluss führte.