In einem bayrischen Dorf kämpft man ums Miteinanderleben. Die „Nachred“ hat man sofort, wenn man nicht ins katholisch-konservative Schema mit all seinen scheinheiligen Regeln passt. Der homosexuelle Abram hat es da schwer…
Regisseur Jürgen Heib inszeniert das Stück so ungeschminkt, wie es Autor Sperr (1944 - 2002) erzählt. Die unmittelbare Aktualität mag zwar nicht mehr gegeben sein, dennoch erhält die Inszenierung das Gewicht eines zur Vorsicht mahnenden Beispiels.
Heib setzt auf subtile Choreografie und auf Wortduelle, in denen sich scharf gezeichnete Charaktere reiben. Christian Scharrer ist als Abram wunderbar besetzt. Katharina Bigus spielt seine seelisch zerrissene Mutter. Doris Schüchner und Brigitte Spanring sind geifernde Vertreterinnen der Dorfseele. Birgit Kuntner wird als junges Mädchen Opfer beider Seiten. Ein bewegender Theaterabend, eine beachtliche Leistung der Off-Szene!
kuk-theater im Maestro, Bismarckstraße 18: Weitere Termine am 9., 10., 11. 3. um 19.30 Uhr; Karten: 0 732/65 13 46
Foto: Otto Pölzl
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