03.03.2006 19:09 |

Prozess in Wien

Pitbull-Terrier fiel kleinen Hund samt Herrchen an

"Apollo" spielt gern mit kleinen Stoff-Häschen. Gut! Er liebt auch die kleine Tochter von Herrchen und Frauchen. Noch besser. Nur andere Rüden mag der Pitbull-Terrier gar nicht. Und das ist nicht nur nicht gut, das ist gefährlich. Wie der Besitzer eines kleinen Shih-Tsu namens "Niki" feststellen musste. "Apollo" fiel zuerst den kleinen zarten Rüden an, und als dessen Herrchen lebensrettend dazwischenging, biss der kampfeslustige Hund auch ihn in die Hand. Prozess in Wien.

Der dreijährige Pitbull ist, wie man sagt, amtsbekannt. Schon einmal hatte sich der Hund in einen Schäfer verbissen und diesen schwer verletzt. Seitdem wird bei ihm das Tierhaltegesetz, 13, angewandt: "Apollo" darf auf öffentliche Plätze nur mit Beißkorb und Leine. "Das war mein Fehler", haucht das zarte Frauchen vor Richter Hahn. Beides fehlte an jenem Apriltag, als "Niki" gerade mit seinem Herrl aus dem Auto steigen wollte.

Jetzt vor Gericht sagt Letzterer: "Ich konnte gar nicht so schnell schauen, hatte sich der Pitbull grundlos in meinen Niki verbissen. Wir haben ihm Flaschen auf den Kopf gehauen, ihn getreten, und mit Fäusten auf ihn eingeschlagen. Da war nix zu machen."

"Niki" und Herrchen kamen mit schweren Blessuren davon. "Apollo" trägt seitdem angeblich einen Beißkorb.

320 Euro Strafe und 7.500 Euro Schmerzensgeld will "Apollos" Herrschaft nicht zahlen. Berufung.

Von Susi Hauenstein, Kronen Zeitung
Bild: Symbolfoto

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