In einer Sonderauswertung wurden 505 Bushaltestellen des Haltestellenchecks der Mobilitätsorganisation VCÖ analysiert. Dabei stellten die Expert:innen der AK Tirol zahlreiche Schwächen fest und fordert rasch Verbesserungen.
Wie es um Ausstattung, Sicherheit und regionale Erschließung mit Bushaltestellen in Tirol steht, zeigt eine AK Sonderauswertung. Dafür wurden 505 Bushaltestellen – rund 16 % aller Tiroler Haltestellen - des Haltestellenchecks der Mobilitätsorganisation VCÖ analysiert.
Sitzplätze, Radabstellplätze, Beschattung fehlen
Häufigster Kritikpunkt ist der Witterungsschutz: Bei mehr als 60 % der bewerteten Haltestellen wird dieser von den Fahrgästen als unzureichend wahrgenommen. Fehlende Sitzgelegenheiten und Radabstellplätze werden bei fast der Hälfte der bewerteten Haltestellen bemängelt. Aus Sicht der Fahrgäste fehlt bei 43 % der Haltestellen auch eine ausreichende Beschattung – angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht mehr nur eine Frage des Komforts!
Defizite bei Barrierefreiheit, Info und Sicherheit
Bei Barrierefreiheit und Fahrgastinformation zeigt sich bei rund einem Drittel der bewerteten Haltestellen Handlungsbedarf. Es fehlen etwa digitale Anzeigen oder vollständige Fahrpläne. Defizite gibt es zudem bei der Sicherheit: Bei 28 % der Haltestellen gibt es keine sicheren Straßenübergänge, bei jeder vierten keine ausreichende Beleuchtung und bei knapp jeder fünften keinen sicheren Gehweg. Interessant: Im ländlichen Raum werden diese Sicherheitsaspekte deutlich häufiger kritisiert.
Nicht überall reicht das Angebot
Und es gibt regionale Versorgungslücken. Eine im Auftrag der AK durchgeführte Studie der Technischen Universität Wien analysierte anhand der ÖV-Güteklassen, wie gut Tiroler Erwerbstätige an den öffentlichen Verkehr angebunden sind. Die Güteklassen messen die Erschließungsqualität anhand von Haltestellenentfernung, Verkehrsmittel und Fahrplan.
Das Ergebnis: Der Wohnort von rund 9 % der Tiroler Erwerbstätigen ist nicht ausreichend vom öffentlichen Verkehr erschlossen. In 80 der 277 Gemeinden trifft das auf mindestens jede fünfte erwerbstätige Person zu. Selbst nach simulierten Taktverdichtungen bleiben noch immer 31 Gemeinden übrig. In acht Gemeinden liegt der Anteil gar bei über 80 %. Mehr Verbindungen reichen also nicht aus; es braucht zusätzliche Haltestellen.