Fr, 19. Oktober 2018

Bald Präsidentin?

07.12.2014 15:04

Simbabwe: Mugabe bringt Ehefrau Grace in Stellung

Simbabwes langjähriger Machthaber Robert Mugabe hat seine Ehefrau Grace im Rennen um seine Nachfolge in Stellung gebracht. Zum Abschluss eines mehrtägigen Kongresses der Regierungspartei Zanu-PF wurde die 49-Jährige am Wochenende zur Vorsitzenden der einflussreichen Frauen-Liga gewählt. Damit gehört sie nun automatisch dem Politbüro der Partei an.

Mugabe regiert das Land seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 ohne Unterbrechung. Der 90-Jährige wurde bei dem Kongress in der Hauptstadt Harare wie erwartet als Parteichef bestätigt und offiziell als Kandidat für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 nominiert. Da Mugabe zur Zeit der nächsten Wahl jedoch bereits 94 Jahre alt sein würde, ist in der Partei längst ein Machtkampf um seine Nachfolge entbrannt.

Von "Gucci Grace" zur "Mama" mutiert?
Mit der Wahl seiner Ehefrau Grace zur Vorsitzenden der Frauen-Liga erhält diese eine gute Ausgangsposition in dem Rennen. Die 49-Jährige war bisher nur einfaches Parteimitglied und verfügt über wenig Erfahrung in der Politik. Trotzdem trauen ihr Beobachter zu, nach dem Abgang ihres Mannes die Macht in Simbabwe an sich reißen zu können. Nach ihrer nunmehrigen Wahl rief die Menge "Amai! Amai!" (Mama! Mama!). Normalerweise trägt die Präsidentengattin in Anspielung auf ihre zwanghaften Einkaufstouren den weniger schmeichelhaften Spitznamen "Gucci Grace".

Robert Mugabe ließ am Samstag überraschend die Besetzung des Politbüros und die Wahl seiner Stellvertreter offen. "Ich will nichts überstürzen. Ich werde mir die Leute im Zentralkomitee anschauen", sagte er. Es werde demnach einige Abschiede geben: "Einige haben sich bereits durch ihre illegalen Aktivitäten entschieden, auf Wiedersehen zu sagen." Und jene, die bereits ausgeschlossen worden seien, hätten nun "mehr Zeit, sich um ihren Bauernhof zu kümmern".

Größte Rivalin in Ungnade gefallen
Die Hauptrivalin von Grace Mugabe war im Vorfeld des Kongresses wegen Vorwürfen der Korruption und eines Komplotts gegen den Präsidenten in Ungnade gefallen. Die stellvertretende Staats- und Parteichefin Joice Mujuru verlor deshalb ihren Posten im Zentralkomitee und nahm nicht einmal mehr am Parteitag teil. Mugabe drohte der 59-Jährigen mit Strafverfolgung und äußerte Bedauern, dass er sie vor zehn Jahren zur Stellvertreterin gewählt hatte.

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