Betrieb geht weiter

Erstes Aufatmen bei 461 Pollmann-Mitarbeitern

Niederösterreich
01.09.2026 19:05

Ein erster Lichtblick bei der Pleite des Autozulieferer-Konzerns Pollmann mit Sitz in Karlstein an der Thaya (NÖ). Rasch hat die Richterin für alle drei zahlungsunfähigen Gesellschaften das Sanierungsverfahren eröffnet. Masseverwalter wurden bestellt, Fristen bestimmt. Auch im Familienbetrieb ist man zuversichtlich.

Ein erstes, kleines Aufatmen bei der Firmenpleite des bisher regionalen Leitbetriebs Pollmann mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya im Waldviertel: Der Antrag auf Eröffnung der Sanierungsverfahren für drei Gesellschaften der Automobil-Zulieferer-Unternehmensgruppe wurde noch am Dienstag von der Richterin genehmigt. 74 Millionen Euro Schulden bei 342 Gläubigern sind in den drei Gesellschaften vorhanden, die insgesamt 461 Menschen beschäftigen. 

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Das klare Ziel ist die Fortführung des Unternehmens und der nachhaltige Erhalt des Standortes Karlstein.

Stefan Pollmann, Chef von Pollmann International

Fortführung vorerst gesichert
Die drei Gesellschaften arbeiten vorerst wie gehabt weiter, bestätigte Landesgerichtssprecher Ferdinand Schuster im „Krone“-Gespräch. Der Leitbetrieb im Bezirk Waidhofen an der Thaya betont indes, dass man den Karlstein unbedingt erhalten wolle. „Die Investorensuche ist bereits vor einem Jahr gestartet. Da ist man relativ weit. Sobald die Sanierungsverfahren abgeschlossen sind, wird viel leichter sein, passende Investoren zu finden“, strahlte eine Konzernsprecherin Optimismus aus.

Pollmann mit seinem Hauptsitz in Karlstein musste mit drei Gesellschaften ein ...
Pollmann mit seinem Hauptsitz in Karlstein musste mit drei Gesellschaften ein Sanierungsverfahren beim Landesgericht Krems anmelden.(Bild: Pollmann International)

Geplant sei kein Kahlschlag, Ziel sei es, einen Großteil der Beschäftigten zu halten. Auch Firmenchef Stefan Pollmann bekräftigte gegenüber der „Krone“, die Firma am Standort weiterführen zu wollen. 

Neuaufstellung wegen schwieriger Situation
Da die Automobilindustrie in Europa generell in den Seilen hängt, geht es auch ihren Zulieferern nicht gut. Grund für die Sanierung sei der strukturelle Wandel der Automobilindustrie – eine dauerhafte Verschiebung, die derzeit viele europäische Zulieferer treffe, betont der Pollmann-Konzern. Weltweit wachse die Automobilproduktion weiter, der Druck entstehe im europäischen Markt.

Weiterer Zeitplan für Sanierungsverfahren
Forderungen an die drei Gesellschaften können den Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung noch bis 21. Oktober angemeldet werden, vermeldet der KSV1870. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wird am 4. November stattfinden, die Sanierungsplantagsitzung ist für den 25. November anberaumt.

Massverwalter bei Pollmann International ist der Kremser Anwalt Dr. Christoph Sauer, bei Pollmann Austria wird das Anwältin Ulla Reisch aus Wien übernehmen. Bei der Pollmann Werkzeugbau GmbH wird die Zwettlerin Martina Witthoff als Masseverwalterin fungieren. Als Vertreter der Schuldner wird die Fruhstorfer Maschke Rechtsanwälte GmbH mit Sitz in Wien fungieren.

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