Nach einer mysteriösen Serie von schwerwiegenden Sachbeschädigungen an wichtigen medizinischen Geräten engagierte die Klinik einen Privatdetektiv. Der von diesem überführte Spitals-Mitarbeiter streitet die Taten, die Patienten in ernste Gefahr hätten bringen können, vehement ab.
Die Aufregung in einem Wiener Ordensspital war groß, als sich ab März besorgniserregende Gerätebeschädigungen häuften. „Erst gab es Manipulationen an der Umbettungsanlage. Dann war die Optik des OP-Roboters mit Tipp-Ex verklebt, später die Linse zerkratzt“, berichtet der Geschäftsführer als Zeuge in dem spannenden Prozess im Wiener Landl. „Wir haben nicht gewusst, was als Nächstes kommt.“ Und ob Patienten gefährdet seien.
In Kiste versteckte Kamera im Geräteraum platziert
Schließlich entschloss sich die Klinik, einen Privatdetektiv zu engagieren. Der Betriebsrat genehmigte sogar die Montage einer versteckten Kamera im Geräteraum, wo auch jener 700.000 Euro teure OP-Roboter gelagert war, der nun einen 45-jährigen Familienvater vor die Strafrichterin führte.
Das Video zeigt den OP-Assistenten, wie er am 17. April eines der Geräte in das Zimmer schiebt. „Um 11.17 Uhr sieht man, wie er einen Kameraarm nach unten drückt und gegen den Bildschirm schlägt“, erläutert der Detektiv im Prozess. „Wenig später kommt er mit einem Messer in der Hand zurück und manipuliert das Gerät genau dort, wo später die Kabel durchtrennt waren. Um 11.26 Uhr kommt er nochmals rein und klebt die Stelle ab. Offenbar, damit man es nicht gleich sieht.“
Messer oder Kugelschreiber?
Entdeckt wurde der Schaden erst Tage später. Der Familienvater, der aufgrund der Videos entlassen wurde, will von der angeklagten Sachbeschädigung nichts wissen. Er sei mit einem Kugelschreiber in der Hand zurückgekommen, um mit diesem Tixo, das er an dem Roboter entdeckt hatte, zu entfernen. Für die ruppige Behandlung des Bildschirms entschuldigt er sich: „Ich habe die Abdeckung zu fest gerichtet. Aber wenn wir überall Kameras hätten, gäbe es jeden Tag Anzeigen – weil so mit den Geräten umgegangen wird“, sagt er.
Über ein mögliches Motiv für die Taten wird im Prozess nicht gesprochen. Laut dem Manager gab es nach der Entlassung des Beschuldigten keine Schäden mehr an gelagerten Geräten. Frau Rat will der Causa genauer auf den Grund gehen: vertagt unter anderem für ein Videogutachten.
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