Fr, 20. Juli 2018

Forscher vor Rätsel

30.07.2014 12:04

Weitere mysteriöse Löcher in Sibirien entdeckt

Nur zwei Wochen nach der Entdeckung eines rätselhaften Riesenloches auf der sibirischen Halbinsel Jamal (siehe Infobox), sind im Norden Russlands zwei weitere ganz ähnliche Löcher gefunden worden. Ihre Durchmesser sind zwar deutlich kleiner, wie schon das erste Loch stellt ihre Entstehung die Wissenschaft aber vor ein Rätsel.

Eines der beiden Löcher wurde ebenfalls auf Jamal, in der Nähe des Dorfes Antipayuta im Distrikt Taz, entdeckt, schreibt "The Sibirian Times". "Ich bin mit dem Hubschrauber über den Schacht geflogen, um ihn mir anzusehen. Er hat einen Durchmesser von rund 15 Metern", wird Mikhail Lapsui - ein Abgeordneter des regionalen Parlaments - in dem Blatt zitiert. Dem Bericht zufolge scheint es auch hier, als sei ein Teil des einstigen Inhalts des Loches wie durch eine unterirdische Explosion ausgeworfen worden. Laut den Angaben von Anrainern ist das mysteriöse Loch bereits am 27. September 2013 entstanden.

Drittes Loch auf Halbinsel Taymyr entdeckt
Das dritte Loch (kleines Bild) wurde auf der Halbinsel Taymyr (sie liegt östlich von Jamal) zufällig von Rentier-Hirten entdeckt, die beinahe in die Öffnung im Boden gestürzt wären. Es habe nur einen Durchmesser von etwas mehr als vier Metern, sei aber geschätzte 60 bis 100 Meter tief, berichtet die Online-Ausgabe der Zeitung "The Moscow Times". Das Loch sei genau wie das erste, aber "sehr viel kleiner", heißt es.

Bis dato sind sich Experten noch nicht klar darüber, wie die Löcher entstanden sind. Vermutet wird aber, dass es durch Tauprozesse tief im Permafrostboden zu einer Durchmischung von Wasser, Eis, Salz sowie Erdgas und in der Folge zu Explosionen kam, die die Krater hinterließen.

Verursacht unterirdisches Eis die Löcher?
Der Polarwissenschaftler Chris Fogwill von der University of New South Wales in Sydney (Australien) mutmaßt, das erste Riesenloch sei möglichweise der Überrest eines sogenannten Pingos, wie sie in der Arktis sowie in Gebieten mit Permafrost häufig zu finden sind. Bei Pingos handelt es sich um größere unterirdische Eisstrukturen, die an die Erdoberfläche für rundliche Bodenerhebungen bzw. kleine Hügel sorgen. Schmilzt das Eis, bleiben Löcher zurück, die jenem auf Jamal gleichen, so der Experte.

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