Caritas Wien und Lebenshilfe warnten vor weiteren Kürzungen bei der Inklusion und fürchten Anstieg von Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen.
Aufgrund des Sparzwangs der Stadt musste, wie berichtet, der Verein Integration Wien sein Projekt „Pilot“ vor Kurzem einstellen. Es hatte junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen dabei unterstützt, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Für die Betroffenen und ihre Eltern ist das ein Schock.
Es ist eines von zwei Projekten im Bereich der Berufsintegration, das den Budgetkonsolidierungen zum Opfer fiel, heißt es vom Fonds Soziales Wien (FSW). Alle weiteren Projekte bleiben weiterhin bestehen, versichert eine Sprecherin.
„Unverhältnismäßige Sparpolitik“
Bei der Caritas Wien und der Lebenshilfe ist man da weniger optimistisch. Sie warnten am Montag vor weiteren Kürzungen bei der Inklusion. Von einer „unverhältnismäßigen Sparpolitik“ war die Rede. Laut Statistik Austria ist jeder fünfte Mensch mit Behinderungen in Österreich aktuell armutsgefährdet. Auch die Arbeitslosigkeit sei gestiegen.
In Wien waren im März rund 162.000 beeinträchtigte Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet. In den vergangenen Jahren blieb das Niveau in der Stadt aber konstant. Wiens Caritasdirektor Klaus Schwertner sieht aber gerade in der Hauptstadt kritisch, dass die Sozialhilfe, insbesondere für Dauerbezieher, gekürzt wurde. Das betreffe viele Menschen mit Behinderungen.
Er appelliert auch an die Bundesregierung, bei den laufenden Budgetverhandlungen nicht abermals bei der Inklusion zu sparen.
Schon jetzt wurden die Mittel für den Ausgleichstaxfonds gesenkt, der viele Projekte zur Berufsintegration finanziert. Damit könnten bald noch mehr beeinträchtigte Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt werden, fürchtet er.
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