Das östlichste Bundesland punktet mit niedrigen Mieten und Wohnen im Eigenheim. Das sorgt laufend für Zuzug und hohe Zufriedenheit. Dennoch: Auch hierzulande schlägt sich zunehmend die Teuerung durch.
Das Burgenland kann sich seit Jahren über Zuzug freuen. Seit Langem zeigen die Zahlen, dass die Binnenwanderung aus anderen Bundesländern ungebrochen stark ist. Es sind wohl nicht nur die Lebensqualität, die Nähe zur Natur und die vielen Sonnenstunden, welche die Menschen ins östlichste Bundesland locken, sondern auch die vergleichsweise leistbaren Wohnkosten.
Niedrige Mieten
2025 waren die Mietkosten laut Statistik Austria hierzulande am niedrigsten. Die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten beträgt pro Quadratmeter 7,70 Euro. Im Bundesschnitt sind es hingegen 10,20 Euro. Wer im Burgenland wohnt, kann sich also einiges ersparen, besonders wenn man die Mietpreise in der Bundeshauptstadt als Vergleich hernimmt. Das Burgenland ist aus gutem Grund Pendlerland. Die guten Anbindungen nach Wien machen vor allem den Norden attraktiv für Tagespendler.
Genossenschaften als Platzhirsche
Wohnungen und Reihenhäuser sind im Burgenland fest in Hand der Wohnbaugenossenschaften. 70 Prozent der Mietverhältnisse sind Genossenschaftswohnungen – der höchste Wert bundesweit.
Eigenheim als Eigentum
Wenn es ums Dach über dem Kopf geht, setzen die Burgenländer aber nach wie vor vor allem auf das eigene Haus. In keinem anderen Bundesland wohnen so viele Menschen im Eigentum wie hier. Die Zahlen für 2024: Es gibt 63,5 Prozent Hauseigentum und 3,9 Prozent Wohnungseigentum – in Summe also mehr als zwei Drittel.
„Indiz für beste Wohnbauförderung“
Ein eigenes Haus auf einem von den Eltern vererbten Grund zu bauen, ist nach wie vor Tradition. Zum Vergleich: In Wien leben gerade einmal 20 Prozent im Eigentum. „Dieser Top-Wert des Burgenlandes liegt zum einen sicherlich an der ländlichen Struktur. Er ist aber auch ein Indiz dafür, dass das Burgenland schon seit langer Zeit die beste Wohnbauförderung aller Bundesländer hat“, ist SPÖ-Klubobmann Roland Fürst überzeugt.
Menschen mit Wohnsituation zufrieden
Die Menschen sind mit der eigenen Wohnsituation jedenfalls mehrheitlich zufrieden. Das zeigt eine vor Kurzem von der SPÖ in Auftrag gegebene Hajek-Umfrage. 802 Personen wurden befragt. 57 Prozent gaben an, dass sie mit ihrer aktuellen Wohnsituation „sehr zufrieden“ sind, 30 Prozent sind „eher zufrieden“. „Wenn fast neun von zehn mit der eigenen Wohnsituation zufrieden sind, dann ist das ein sehr positiver Wert, den es wahrscheinlich in anderen Ländern so nicht gibt. Das bestätigt alles in allem, dass wir im Burgenland den richtigen Weg gehen“, meint Fürst.
Wohnen nicht für alle leistbar
Dennoch scheint auch im Burgenland nicht nur die Sonne. Auch im östlichsten Bundesland schlägt sich mittlerweile die allgemeine Teuerung durch, die Kosten fürs Wohnen steigen. Das zeigt sich auch bei der Hajek-Umfrage: Nur für 6 Prozent ist Wohnen derzeit „sehr leistbar“, für 47 Prozent „eher leistbar“. „Das ist in Summe zwar immer noch eine Mehrheit, aber es gibt auch viele Haushalte, für die es schwieriger wird“, sagt der Klubchef. Auffällig: In der Umfrage sind es vor allem die FPÖ-Wähler, welche sich das Wohnen nur schwer bis kaum leisten können – fast 60 Prozent haben mit den Wohnkosten zu kämpfen.
SPÖ will Deckel bei Mietkosten
Die Verantwortung, etwas gegen die Teuerung zu unternehmen, liege bei der Bundesregierung, meint Fürst. Gerade in Zeiten steigender Wohnkosten müsse leistbares Wohnen abgesichert werden. Im Burgenland nehme man die Sorgen der Menschen ernst: „Das klare Ziel der SPÖ lautet, dass die Mieten bei maximal 10 Euro netto pro Quadratmeter begrenzt werden, um leistbares Wohnen für alle Burgenländer sicherzustellen“, betont der SPÖ-Politiker.
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