Selbsterkenntnis und Spannendes aus rein weiblicher Feder – wir präsentieren zum Weltfrauentag Bücher, die von und für Frauen geschrieben wurden. Sieben starke, kluge und kämpferische Stimmen sind dabei.
Heute muss es Frau sein: Einmal im Jahr finden nur weibliche Autorinnen bei „Bücher aktuell“ Platz. Und Barbara Blaha bietet mit „Funkenschwestern“ und ihrer glühenden Brandrede für den Feminismus, gegen Patriarchat und Stutenbissigkeit den perfekten Einstieg. Leidenschaftlich beschäftigt sich die Autorin mit den deprimierenden Ist-Zuständen: Frauen bekommen nach wie vor weniger Geld als sie verdienen, auch, weil man ihnen weniger zutraut und sie letztlich weniger Zeit haben, weil sie en passant ja auch Haushalt, Kinder, soziale Aufgaben erledigen müssen.
Wie schaut nun Blahas Lösung aus? Es liest sich simpel: Frauen müssen gemeinsam füreinander einstehen. Und: Männer und Frauen sind gleich an Wert. Jeder soll mitgestalten. „Denn eine Welt jenseits des kapitalistischen Patriarchats misst Wohlstand nicht an Wirtschaftswachstum oder steigenden Unternehmensgewinnen, sondern am gelingenden Leben aller.“
Ildiko von Kürthy zu lesen ist wie ein gemütlicher Tratsch mit einer lieb gewordenen Freundin. Seit Jahren zählt sie zu den wichtigsten Stimmen moderner Frauenliteratur – und ist nun „Alt genug“ (Ullstein), um sich offen wie nie mit Problemen, Ängsten und Älterwerden zu beschäftigen. Dass sie es trotzdem noch mit Heidi Klum aufnimmt, sorgt für Stimmung.
„Lieber echt kaputt als perfekt am Arsch“ (Ueberreuter), befindet Birgit Jankovic-Steiner, die nach einem Zusammenbruch in sieben Schritten ihr Leben wieder auf die Reihe bringen konnte – und als Psychologin nun anderen dazu Tipps gibt, Selbsttest inklusive: Vom Hohlraum der inneren Leere über das Herzvakuum geht es mit Notfallkoffer zur Heimkehr.
Was sind eigentlich typisch weibliche Qualitäten? Und wieso zählen dann Eigenschaften wie Fürsorge, Intuition, soziale und empathische Bildungs- und Bindungskompetenz im Arbeitsleben nichts? Veronika Fischer schaut sich das in „Female Working“ (Kremayr & Scheriau) auf kluge Weise an – am besten einmal dem männlichen Chef auf den Tisch legen!
Eine Schürze zum Geburtstag, perfekt geschminkt am Herd für die Familie kochen und sich als traditionelle Ehefrau auf Social Media inszenieren: Ein Frauenbild wie aus den 50ern! Barbara Haas hinterfragt in „Bullshit mit Blümchenkleid“ (Ueberreuter), was hinter diesen neuen Tradwives steckt – nämlich fundamentalistische Religion und eine ebensolche Politik.
Ein Glaserl Prosecco hier, einmal zum Anstoßen zum Frauentag da: nicht mit Verena Titze. Denn nach Burnout und Alkoholabhängigkeit lässt sie in „Gin Boom“ (Uebereuter) Helena zu Wort kommen – die trinkt, um in ihrer Agentur zu funktionieren. Sucht ist in ihrer Welt nichts Verwerfliches, sondern Normalität – und das könnte für manche Leserinnen ein Warnsignal sein.
„Wie weit gehst du für dein Zuhause?“, fragt Marisa Kashino in „Tödliches Angebot“ (Ullstein), einem neuen Psychothriller der Extraklasse, in dem Margo endlich die perfekte Immobilie findet – denn nur mit einem neuen Haus für ihre Familie kann sie ihr Leben in den Griff bekommen. Nichts und niemand sollte da im Weg stehen. Fesselnde Lektüre!
Wir wünschen viel Freude beim Lesen!
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