Steiermark und Iran

10 Jahre nach Hoffnungsreise: Exporte am Nullpunkt

Steiermark
04.03.2026 11:00

Vor zehn Jahren reiste eine steirische Wirtschaftsdelegation nach Teheran, die Hoffnungen auf gute Geschäfte erfüllten sich aber nicht. Mittlerweile gibt es so gut wie keine Exporte mehr. Und die heimische Industrie sorgt sich vor steigenden Energiepreisen.

Als vor genau zehn Jahren, Anfang Februar 2016, eine steirische Wirtschaftsdelegation in den Iran reiste, war die Hoffnung nach dem Abschluss des Atomabkommens im Jahr davor groß: auf eine Öffnung des Landes und auch auf gute Geschäfte. Doch zwei Jahre später war die Tür ins Land der Mullahs schon wieder geschlossen. US-Präsident Donald Trump kündigte in seiner ersten Amtszeit den Atom-Deal auf, neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran traten in Kraft und zerstörten das zarte Pflänzchen der Annäherung.

Die steirischen Exporte nach Persien sind in den vergangenen zehn Jahren – von einem ohnehin bescheidenen Niveau aus (14 Millionen Euro im Jahr) – immer weiter geschrumpft. „Zuletzt gingen sie gegen Null, nur im Bereich Lebensmittel und Pharma gab es noch Geschäftsbeziehungen“, sagt Karl Hartleb, Geschäftsführer des steirischen Internationalisierungscenters, der einst selbst mehr als fünf Jahre lang in Teheran gearbeitet hat.

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Es gibt Interesse von iranischen Unternehmen im Ausland zu investieren.

Karl Hartleb (ICS Steiermark)

Steiermark könnte von Wiederaufbau profitieren
Was die Zukunft bringen wird, ist völlig offen. Hartleb: „Der Iran hat eine industrielle Basis. Falls diese zerschlagen wird und der Iran in die internationale Gemeinschaft zurückkehrt, würde es einen enormen Wiederaufbaubedarf geben.“ Davon könnten auch steirische Firmen profitieren, etwas durch ihr Know-how im Bereich Automatisierung. Zugleich könnten in einem solchen Szenario hoch qualifizierte Iraner aus Österreich in ihr Heimatland zurückkehren. All das ist aber noch weit entfernte Zukunftsmusik.

Steigende Energiepreise bereits sichtbar
Aktuell sind die Energiepreise ein größeres Thema, auch wenn die Auswirkungen auf heimische Betriebe laut Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung, noch schwer abzuschätzen sind. „Kurzfristig steigende Energiekosten sind zu erwarten und teilweise bereits sichtbar, die mittelfristige Auswirkung hängt aber von unterschiedlichen Aspekten und den Ereignissen der kommenden Tage ab.“ Die aktuelle Situation zeige aber einmal mehr, wie wichtig es ist, die Diversifizierung der Energieversorgung voranzutreiben.

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