Im krone.tv-Talk

„Zu forsch“: Svazek zeigt Einsicht bei Sparkurs

Innenpolitik
27.02.2026 13:29
Porträt von krone.tv
Von krone.tv

Salzburg steht vor großen politischen Weichenstellungen – vom Sparkurs bis zur Gesundheitsreform. Im krone.tv-Studio war FPÖ-Landesparteiobfrau und Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek zu Gast, wenige Tage nach ihrer Wiederwahl mit 95,8 Prozent.

„Druck verspüre ich keinen“, sagte Svazek mit Blick auf die Landtagswahl 2028, bei der die FPÖ erstmals Platz eins erreichen will. Herbert Kickl hatte sie zuletzt als „künftige Landeshauptfrau“ bezeichnet. Für Svazek ist das vor allem Ansporn: „Mein Anspruch ist, bis 2028 ordentliche Arbeit in Regierungsverantwortung abzuliefern und zu zeigen, dass wir ein Bundesland führen können.“

In Kritik geraten war die schwarz-blaue Regierung zuletzt für ihren harten Sparkurs, vor allem in sensiblen Bereichen wie Pflege, Soziales und der Kinderbetreuung. Die Opposition warf der Landesregierung „soziale Kälte“ vor. Diesen Vorwurf weist Svazek zurück: „Salzburg ist ein extrem soziales Bundesland, und wir wollen diese Strukturen aufrechterhalten.“

Reformen mit mehr Augenmaß
„Es ist für uns momentan alles andere als leicht, weil gerade wir als Freiheitliche ja erst seit Kurzem in Verantwortung sind und die Budgetmisere nicht zu verantworten haben.“ Dennoch zeigt sich die FPÖ-Landesobfrau in der Tonalität selbstkritisch. Man sei im Herbst „dort oder da ein bisschen zu forsch“ vorgegangen, räumt sie ein. Gerade bei Pflege und Gesundheit wolle man künftig sensibler priorisieren und aus den Erfahrungen des Budgetprozesses lernen. Statt weiterer Einschnitte in diesen Bereichen kündigt Svazek an, sie im geplanten Doppelbudget 2027/28 stabil zu halten und notwendige Reformen mit mehr Augenmaß umzusetzen.

FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek
FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek(Bild: krone.tv )

Einsparungspotenzial sieht Svazek vor allem bei Förderungen, die „viel kosten und wenig bringen“, sowie im Asylbereich. Einen großen Reformbedarf ortet sie im Gesundheitswesen: „Da fließen Milliarden ins System, aber immer weniger kommt bei Patienten und Mitarbeitern an.“ Sparen bedeute für sie nicht Leistungsabbau, sondern Strukturreformen, weniger Verwaltung und mehr Effizienz.

Gesundheitskompetenzen zum Bund?
Vor diesem Hintergrund sorgt auch der Vorstoß von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler für Diskussionen, die Gesundheitskompetenzen an den Bund zu übertragen – im Gegenzug für mehr Zuständigkeiten der Länder in der Bildung. Svazek zeigt sich grundsätzlich offen für eine Entflechtung der Kompetenzen, warnt jedoch vor einem zu starken Zentralismus. „Ich möchte nicht, dass von Wien aus entschieden wird, ob wir in Tamsweg noch ein Krankenhaus brauchen“, betont sie. Regionale Bedürfnisse müssten jedenfalls berücksichtigt bleiben.

Auch das Scheitern der blau-schwarzen Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene vor einem Jahr war Thema im krone.tv-Talk, parteiintern habe es eine Aufarbeitung gegeben, so Svazek. Rückblickend sei sie überzeugt, dass mit der aktuellen ÖVP „keine Reformregierung möglich gewesen wäre“. Die angestrebten Systemumbrüche seien letztlich nicht umsetzbar gewesen.

Treffen mit AFD in Salzburg
Für Kritik sorgte zuletzt zudem ein Treffen mit Vertretern der AfD. Kurz darauf wurde das FPÖ-Bürgerbüro in Salzburg Ziel eines Steinwurfs. Svazek verurteilt Gewalt „aus jeder Richtung“ und weist eine Gleichsetzung von rechts und rechtsextrem entschieden zurück. Rechtsextremismus beginne dort, wo Demokratie und Verfassung abgelehnt würden, betont sie. Die FPÖ bewege sich klar im demokratischen Rahmen.

„Junges Dirndl“ als FPÖ-Obfrau
Etwas persönlicher wurde es, als Svazek auf ihre Anfänge an der Parteispitze zurückblickte. Mit 23 Jahren übernahm sie die Landespartei und sei damals nicht von allen ernst genommen worden. Als „junges Dirndl“ sei sie teils bezeichnet worden – eine Zuschreibung, die sie heute nüchtern einordnet. In den ersten Jahren habe sie durchaus das Gefühl gehabt, sich aufgrund ihres Alters und als Frau besonders beweisen zu müssen. Mittlerweile sehe sie das gelassener und meint, sie habe sich ihren Platz in der Partei erarbeitet.

Den ganzen Talk mit Marlene Svazek sehen Sie im Video oben!

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