Transport-Krisengipfel

Im Notfall soll bald nur mehr das Tempo zählen

Niederösterreich
21.02.2026 18:30

Beim Spital-zu-Spital-Transfer soll bald die medizinische Notwendigkeit im Fokus stehen – und nicht mehr nur drei lebensbedrohliche Akutleiden, wie es derzeit in NÖ der Fall ist. Es gibt auch andere Indikationen, die gefährlich sein können. Und da ist der ominöse „Sekundärtransport“ dann oft auch nicht die beste Wahl.

Herzinfarkt, Schlaganfall und Aortenriss sind die einzigen drei Diagnosen, die derzeit in Niederösterreich dazu führen, dass man in einem Krankenhaus nicht auf den Spital-zu-Spital-Transport (den sogenannten Sekundärtransport) warten muss, sondern andere Rettungsmittel rufen kann. „Es gibt aber auch weitere bedrohliche Diagnosen, die einen Transport in eine spezialisierte Klinik erfordern können“, betonte Patientenanwalt Michael Prunbauer beim Krisengipfel zu den Sekundärtransporten, den Spitalslandesrat Anton Kasser nach massiver Kritik an Fällen mit stundenlangen Wartezeiten einberufen hatte.

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Die Menschen müssen rasch und bestmöglich an einem geeigneten Ort versorgt werden. Dabei muss komplett egal sein, wo der Erstkontakt stattfindet.

Anton Kasser, Spitalslandesrat (ÖVP)

Mehr Transporte durch Spitals-Spezialisierung
Seit Jahresbeginn übernehmen die Johanniter alleine die Klinik-zu-Klinik-Transporte im Land – mit Ausnahme des Sozialmedizinischen Dienstes in der Thermenregion. Nachdem die medizinischen Leistungen der Spitäler des Landes nach und nach zentralisiert und an einzelnen Standorten gebündelt werden, sind folglich auch wesentlich mehr solcher Transporte nötig – etwa für Spezialbehandlungen oder Untersuchungen.

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Wir planen einen Stützpunkt in der Gegend von Zwettl, wo fünf bis sechs Autos stationiert werden. Wir richten uns da aber nach verfügbarem Personal.

Petra Grell, Bundes-Chefin der Johanniter-Unfall-Hilfe

Aber es gäbe auch immer wieder akute Leiden, die in einem anderen Krankenhaus weitaus besser behandelt werden können, war sich die Kommission einig. „Es dürfen nicht mehr nur einzeln definierte Notfälle für den raschesten Transport herangezogen werden, sondern es muss einzig und allein um die medizinische Dringlichkeit und Notwendigkeit gehen“, betonte Prunbauer, der sich mit den Gipfel-Teilnehmern einig war. Das bedeutet, das unter gewissen Umständen Spital-zu-Spital-Transporte in Zukunft auch wieder andere Rettungsorganisationen wie Rotes Kreuz und Samariter übernehmen könnten. Mit diesen muss aber noch verhandelt werden.

Rasche Transporte ohne Notarzt
Beim Krisengipfel gab es nun auch von Notruf NÖ Antworten auf bereits seit Wochen gestellte Fragen der „Krone“. Wie sich die Alarmierung zum Beispiel verhalte, wenn der Verlust von Gliedmaßen oder des Augenlichts drohe: „Es gibt viele medizinisch-dringliche Diagnosen, die keinen Notarzt erfordern. Zum Beispiel, wenn man sich zwei Finger abtrennt. Das ist zwar hochspeziell und erfordert, dass man rasch in das richtige Krankenhaus kommt, aber Notarzt wird hier keiner gebraucht“, sagt Fohringer gegenüber der „Krone“. Hier wäre dann jedes Transportmittel recht – Hauptsache der Patient würde schnell in das richtige Spital gebracht werden. „Diese gemeinsamen Transportbedingungen wollen wir in den nächsten Tagen ausarbeiten“, lautete der Tenor beim Gipfeltreffen.

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