Traute Einigkeit herrschte beim politischen Aschermittwoch der Volkspartei in der Klagenfurter Stadthalle. Während die Jugend fehlte, durfte eins nicht fehlen: der Traum vom Landeshauptmann.
Hab’ gedacht, es wird ein ganz normaler politischer Aschermittwoch – doch nicht für die Kärntner VP-Mitglieder. Ihr Chef, Martin Gruber, lud gemeinsam mit Bundeskanzler Christian Stocker zum großen „Verwandtschaftstreffen“ – dem politischen Aschermittwoch in Kärnten (siehe Seiten 2/3).
Und da durfte natürlich die ganze „Familie“ nicht fehlen. Deshalb nahm Gruber gleich Frau und Tochter mit. Aber auch die politische Familie von Gruber versammelte sich. Viele ehemalige Mandatare und Funktionäre sowie Lokalgrößen folgten der Einladung. Darunter auch Ex-Parteiobmann Christian Benger, Langzeit-Abgeordneter und Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl, Feldkirchens Stadtchef Martin Treffner, Nationalrat Gabriel Obernosterer und noch viele weitere Urgesteine aus der VP.
Wenig Lust auf das Familienfest hatte die Jugend. Trotz der prominenten Redner ist es Jugendchef Julian Geier nicht gelungen, den VP-Nachwuchs für das „Verwandtschaftstreffen“ zu begeistern. Nur vereinzelt waren junge Parteianhänger im Publikum zu finden.
Traum vom Landeshauptmann
Aber die große Eskalation – wie es Rian in seinem gleichnamigen Hit besingt – ist dann doch ausgeblieben. Vielmehr gab es zahlreiche Lobeshymnen für den Vizelandeshauptmann. Und zwar von seinen Bezirksfunktionären. Bei ihren Dankesworten wurden die Erfolge der beiden schwarzen Regierungsmitglieder regelrecht gefeiert. Einige von ihnen haben bei den Erfolgen bewusst – oder unbewusst – darauf vergessen, dass gewisse Beschlüsse eher dem roten Lager zuzuschreiben sind. Trotzdem träumte Obernosterer schon davon, dass bei Gruber das „Vize“ vor dem Landeshauptmann weggestrichen wird.
Aber so viel Lob von seinem „Gesinnungsgenossen“ wollte Gruber nicht so einfach hinnehmen. Für zwei Parteimitglieder, die am Aschermittwoch ihren Geburtstag feierten, hatte der Landesvize kleine Geburtstagsgeschenke mit.
Die traute Einigkeit wussten die Redner gut zu nutzen. EVP-Chef Manfred Weber und Parteichef und Bundeskanzler Christian Stocker bedienten genau die Hebel, um das Band der VP-Familie noch enger zusammenzuschweißen. Ein politischer Aschermittwoch wurde so eher zum „Verwandtschaftstreffen“.
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