Tiroler Industrie

Top-Zuwächse hier, dafür drastische Abkühlung dort

Tirol
17.02.2026 16:00

Die Tiroler Wirtschaftskammer nahm die einzelnen Zweige der Industrie über die vergangenen Jahre hinweg näher unter die Lupe. Was sich zeigt, ist ein diverses Bild mit Top-Umsätzen auf der einen Seite und „Schwächen“ auf der anderen.

Ein aktuelles „Factsheet“ zum Tiroler Produktionssektor präsentiert die Wirtschaftskammer. Ersichtlich wird daraus, dass die Industrie hierzulande in den vergangenen 16 Jahren einen tiefgreifenden Transformationsprozess durchlaufen hat und nach wie vor ein wesentliches Rückgrat der regionalen Wirtschaftskraft bildet.

Besonders deutlich zeige sich das in drei Bereichen, wie Karlheinz Wex, Spartenobmann der Tiroler Industrie, ausführt: „Seit 2008 verzeichnet die pharmazeutische Industrie ein Plus von 138,5 Prozent, der Maschinenbau sogar 174,6 Prozent, während der Bereich elektrische Ausrüstungen um 71,3 Prozent zulegen konnte.“

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Die exportorientierten Betriebe leiden unter der Schwäche der deutschen Automobilindustrie.

Karlheinz Wex

Drei Zweige als „stabile Wachstumsmotoren“
Um es in absoluten Zahlen besser zu veranschaulichen: Zwischen 2008 und 2024 stieg die abgesetzte Produktion bei pharmazeutischen Erzeugnissen von 1,116 auf 2,662 Milliarden Euro, im Maschinenbau von 890,6 Millionen auf 2,446 Milliarden Euro und bei elektrischen Ausrüstungen von 1,067 auf 1,827 Milliarden Euro. „Diese drei Branchen haben sich als stabile Wachstumsmotoren in Tirol etabliert“, analysiert Wex.

Gewinner auf einer und Verlierer auf anderer Seite
Wo es Gewinner gibt, gibt es zugleich aber leider auch Verlierer. In diesem Fall die Glasindustrie, die von 2008 bis 2024 einen Rückgang um 4,08 Prozent von 1,334 auf 1,280 Milliarden hinnehmen musste. Einen Sonderfall nimmt die Metallerzeugung ein. Zwar konnte der Bereich den Umsatz seit 2008 von 1,327 Milliarden Euro auf 2,488 Milliarden im Jahr 2024 steigern (+87,54%), liegt damit aber unter der Dynamik des Maschinenbaus oder der Pharmaindustrie. „Die exportorientierten Betriebe leiden unter der Schwäche der deutschen Automobilindustrie, die ein wichtiger Abnehmer für Tiroler Metallkomponenten ist“, so Obmann Wex.

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Die richtigen Weichenstellungen sind jetzt entscheidend.

Karlheinz Wex

Bauwirtschaft bleibt Sorgenkind
Und dann ist da noch die Bauwirtschaft, der größte Teilbereich der Tiroler Industrie. Sie verzeichnete zwar ab 2008 ein nominelles Umsatzwachstum, erlebt aber seit 2023 eine drastische Abkühlung. Der Einbruch der privaten Bautätigkeit, das Ende des Niedrigzins-Booms sowie die mittlerweile gekippte KIM-Verordnung sind der Grund dafür. „Die Bauwirtschaft bleibt weiterhin unser Sorgenkind in Tirol“, führt dazu WK-Präsidentin Barbara Thaler aus.

Abschließend meint Wex, dass „jetzt die richtigen Weichenstellungen entscheidend sind. Die Industrie-Strategie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt zählt die Umsetzung“.

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