Mit schlimmen Methoden

Psychisch kranke Frau von Nachbarn tyrannisiert

Burgenland
15.02.2026 05:00

Wegen ihrer unkontrollierten Schreianfälle versucht man offenbar mit allen Mitteln, eine Burgenländerin aus ihrer Wohnung zu ekeln. Die Räumungsklage seitens der Hausverwaltung ist eingebracht, der Einspruch der 58-Jährigen wird Anfang März am Bezirksgericht Neusiedl am See verhandelt.

Vor neun Jahren bezog Barbara P. (Name geändert) ihr Appartement in der Wohnhausanlage in Illmitz. Mit der Zeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand der 57-Jährigen, bei der die Ärzte paranoide Schizophrenie diagnostiziert hatten: unkontrollierte Schreianfälle zu jeder Tages- und Nachtzeit, laute Flüche.

Klingel überklebt oder gegen Tür und Wand getreten
Wohl deswegen rotteten sich einige Nachbarn zusammen und taten einiges, um die Frau aus der Wohnung zu kriegen. So wurde, wenn es nebenan laut wurde, ein Klebeband über ihre Klingel geklebt, was zu einem Dauerläuten führte – wie dadurch, indem ein Zahnstocher in den Knopf der Glocke am Hauseingang gesteckt wurde. Es sei gegen die Tür oder an die Wand getreten worden – Dellen und abgesplitterter Putz sind heute noch stumme Zeugen.

Klebereste an der Klingel
Klebereste an der Klingel(Bild: zVg)

Schließlich sollte eine Unterschriftenliste Nachdruck verleihen. Die Hausverwaltung kündigte prompt den Nutzungsvertrag wegen Ruhestörung. Barbara P. legte Berufung dagegen ein, die Causa wird Anfang März am Bezirksgericht Neusiedl am See verhandelt. Zum zweiten Mal übrigens, beim ersten Versuch wurde die Klage abgewiesen. Man darf gespannt sein, ob jemand im Zeugenstand den Mut aufbringen wird, die Verantwortung für den Psychoterror mit der Klingel zu übernehmen.

Im Grunde hat Barbara P. in diesem Wohnkomplex nur einen einzigen Nachbarn, der ihr wohlgesinnt ist. Im Gespräch mit der „Krone“ erzählt der Mann von den Anfängen. „Schon bei ihrem Einzug haben die Leute blöd geredet, so von wegen: Die war ja im Irrenhaus, na, das wird was werden! Sie wurde von allen gemieden, und das Mobbing ist immer ärger geworden.“

Trittspuren an der Mauer
Trittspuren an der Mauer(Bild: zVg)

„Einer meinte, sie soll Corona kriegen und daran sterben“
Sinnbildlich dafür seien ihm zwei Wortmeldungen in Erinnerung geblieben. „Was, die darf noch mit dem Auto fahren?“ Wenige Wochen später wurden die Kennzeichen abgeholt, und Barbara P. musste den Führerschein abgeben. Und: „Während der Pandemie hat einer gemeint, dass er ihr Corona wünscht und sie daran sterben soll.“

Er selbst fühle sich durch die Schreie nicht belästigt. „Die höre ich halt. Angst- und Panikattacken kriegt man ja nicht absichtlich. Dass sie krank ist und dringend professionelle Hilfe bräuchte, ist allerdings offensichtlich.“

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