Burgenland Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat ihn auf „Netflix“ entdeckt und auf einer Raststation gleich gecastet. Nun ist Serienstar Christoph Krutzler („Crooks“) Impresario und setzt ab Herbst neue Akzente im Theater. Was er plant – und warum Philipp Hochmair garantiert nicht engagiert wird.
„Ihr beiden, die ihr mir so oft in Not und Trübsal beigestanden. Sagt, was ihr wohl in pannonischen Landen von unserer Unternehmung hofft? Ich wünschte sehr, der Menge zu behagen, besonders weil sie lebt und leben lässt. Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen, und jedermann erwartet sich ein Fest“ – mit diesem leicht abgewandelten Zitat aus Johann Wolfgang von Goethes „Faust: Der Tragödie erster Teil“ startete der Südburgenländer Christoph Krutzler (48) mit Blick auf Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Kulturbetriebe-Chefin Claudia Priber am Mittwoch auf der Bühne des Kulturzentrums Eisenstadt sein „Vorspiel auf dem Theater“. Ab Herbst soll der international gefeierte Mime und neue Künstlerische Leiter des Erwachsenentheaters in den burgenländischen Kulturzentren schließlich für Furore sorgen. Für den ersten starken Auftritt erntete er schon mal Applaus.
So schnell kann‘s gehen
„Die Darstellung des burgenländischen Faust beweist, dass es die richtige Entscheidung war“, meinte Doskozil und erklärte prompt, wie es zu dem Engagement kam: „Wenn ich jetzt sagen würde, dass ich Krutzler am Volkstheater gesehen habe, würden Sie alle schmunzeln. Hab ich natürlich nicht. Ich habe ihn in der Netflix-Serie ,Crooks’ gesehen, die weltweit ein Millionenpublikum erreichte. Und dann, geschuldet dem burgenländischen Pendlertum, auf einer Autobahnraststation. So liefen wir uns über den Weg und eines ergab das andere.“
Sein Konzept
Doskozils Erwartungen an Krutzler sind hoch, immerhin soll dieser die Theaterlandschaft in den Kulturzentren nachhaltig weiterentwickeln. Er sieht sich der Aufgabe gewachsen. „Mit Eigenproduktionen und ausgewählten Gastspielen“ will er ein „Theater schaffen, das den Menschen gehört – unser Theater“ und ein „burgenländisches Theaterprofil mit klarer Handschrift etablieren: zugänglich, anspruchsvoll, vielfältig und regional verankert“. Ergänzt wird der Spielplan durch kluge zeitgenössische Theaterstücke, große Shows und herzerwärmende Weihnachtsgeschichten. Auch den Ausbau der Theater-Abos kündigte Krutzler an.
Um eine flächendeckende kulturelle Versorgung zu gewährleisten, werden alle Produktionen im Norden und Süden des Landes gezeigt.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Theaterleiter Christoph Krutzler
Eröffnet wird die Spielsaison 2026/27 am 15. Oktober im Kulturzentrum Güssing mit der Inszenierung des Romans „Nincshof“. Er stammt aus der Feder der burgenländischen Bachmann-Literaturpreisträgerin Johanna Sebauer. Johanna Mertinz, die langjährige Grande Dame des Volkstheaters, wird dafür in die Hauptrolle schlüpfen, Krutzler den Bürgermeister mimen. Für die Dramatisierung konnte er Fabian Pfleger gewinnen, der schon „Luzi Wuzi – ich bin die Kaiserin“ in Szene setzte.
Hochmair kann ihm gestohlen bleiben
Die zweite große Premiere steht dann am 26. Februar 2027 in Kulturzentrum Eisenstadt an, wo Goethes Meisterwerk „Faust“ zentrale Fragen der Menschheit aufwerfen wird – etwa das Streben nach Glück, Sinn und Erkenntnis. „Mephisto, den Teufel, so viel steht schon fest, wird eine wichtige, unvergleichliche und sehr spezielle Person mimen“, verriet Krutzler. Ob Philipp Hochmair diesen exzentrischen Dämon interpretieren wird, wie bereits 2012 bei den Salzburger Festspielen? „Nein, der kann ja nichts! Der Hochmair ist die letzte Figur, mit dem ich irgendetwas am Theater mache.“
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