Die Tiroler Gemeinde Nassereith war nach drei Jahren Pause wieder Schauplatz des Schellerlaufens. Tausende Besucher säumten den Weg der bunten Masken und bejubelten ihr herrliches Schauspiel. Die „Krone“ hat die schönsten Bilder.
Ganz Tirol schläft. Ganz Tirol? Nein, ein von unbeugsamen, traditionsbewussten Bewohnern bevölkertes Dorf am Eingang des Gurgltals ist ab Mitternacht hellwach. Lange bevor am Sonntag die Besucherkolonnen in den Ort strömten, begann mit dem „Umschlagen“ für die Einheimischen der große Tag. Es ist Fasnacht in Nassereith und nach drei Jahren Pause rückten am 1. Februar wieder die Scheller und Roller, Sackner und Mohrenspritzer, Bärentreiber und Bär, Hexenmusik und Hexen für ein Spektakel mit tausenden Schaulustigen aus.
Rund 450 Aktive und eine ausgefeilte Choreografie
Lange bevor sich pünktlich nach dem letzten Schlag des Zwölfeläutens der Platz vor dem Hotel Post mit immer noch mehr bunten, kunstvoll arrangierten und mystisch aufgeladenen Gestalten füllte, hatte die Fasnacht im Ort begonnen. Wenn die Besucher den „schianen“ Gruppen mit den Schellern als Hauptfigur fasziniert bei ihrer Choreografie zuschauen, dann haben die Männer unter den Masken schon Wochen an Vorbereitung hinter sich.
Wenn auf der riesigen Schneebühne der Bärentreiber schimpft und wettert, um sich letztendlich doch geschlagen zu geben, dann strebt das Schellerlaufen seinem dramaturgischen Höhepunkt zu. Doch für die rund 450 Aktiven hat das Schauspiel bereits am Dreikönigstag mit einem wichtigen Prolog bei der Vollversammlung begonnen. Seither wurde herbeigefiebert, vorbereitet, trainiert.
Seidige Gewänder, aufwendige Masken
Was die Besucher am Sonntag zwischen Hotel Post und Majenbrunnen bestaunen durften, ist eine über Jahrhunderte gepflegte Tradition, die zu den farbenprächtigsten Fasnachten des Alpenraumes gehört. Eine außergewöhnlich elegante Fasnacht mit seidigen Gewändern, aufwendigen Masken, prächtigem Kopfschmuck und kunstvollen Stickereien – seit 2012 Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Begleitet vom Klang der Scheller und dem Geschrei der Hexen, vom Juchzer der Sackner und dem Knall der Goasln geht es durchs Dorf. Und immer wieder schließt sich der Kreis um den Kampf Frühling gegen Winter.
Beim Betläuten um Punkt 18 Uhr war das Spektakel vorbei, die Masken verschwunden. Es ist wie ein Traum, den die Besucher in unzähligen Fotos festgehalten haben und die Mitwirkenden in ihrer Erinnerung. Die Zaungäste waren längst abgezogen, als im Dorf der große Tag noch nachhallte. Die Fasnacht ist in Nassereith nach dem Schellerlaufen nicht ganz vorbei. Am Faschingsdienstag wird sie eingegraben – und in drei Jahren wiedergefunden.
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