Personalmangel, hohe Kosten, ausgebrannte Pflegekräfte – all das müsste nicht sein, sagte der Chefökonom der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, kürzlich bei einem Gespräch in Graz. „70 Prozent der Pflege könnten schon voll digitalisiert sein“, behauptet der Wirtschaftsforscher.
In vielen Branchen ist in den vergangenen 50 Jahren die Produktivität massiv gestiegen – Telekommunikation, Post- und Kurierdienste sowie die Pharmazeutik führen die Liste an, die Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung, vergangene Woche in Graz präsentiert hat. Im Gesundheitsbereich jedoch hinkt die Produktivität nach – was das System teurer und teurer macht. „Irgendwann können wir uns das fiskalisch nicht mehr leisten“, sagt Helmenstein. Das bedeutet, der Staat kann die Kosten nicht mehr stemmen.
Was läuft falsch? Helmenstein sieht den Fehler einerseits in der Spitalsstruktur, andererseits in der Digitalisierung. „Wir bekommen keine Spitäler zusammengelegt und die Telemedizin müsste viel stärker ausgebaut werden.“ In der Pflege könnten „70 Prozent der Prozesse mittlerweile voll digitalisiert sein“, behauptet der Forscher. „Zum Beispiel könnte eine Pflegekraft die Dokumentation direkt mit einer App machen, bei der man nur ankreuzen muss, anstatt ins Büro zum Computer gehen zu müssen und alles selbst zu schreiben.“
„Roboter steigern Produktivität“
Auch die Anlieferung von Medikamenten und Ausstattung wie Bettwäsche sowie Reinigung müssten Menschen nicht mehr machen. „Humanoide Roboter werden hier unglaubliche Produktivitätssteigerungen bringen. Die Leute gehen ja nicht in die Pflege, um Geschirr abzuräumen und Bettwäsche abzutransportieren, sondern um Menschen zu helfen.“
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