Neuer Wintertrend:

Einfach Spazierengehen und Erholung finden!

Bergkrone
05.02.2026 09:01

Warum immer mehr Urlauber die Skipisten links liegen lassen und in Österreichs Bergwelt die Ruhe suchen. 

Der Alltag vieler Menschen spielt sich heute vor Computer-, Tablet und Smartphone-Displays ab. Permanente Erreichbarkeit, Leistungsdruck, Termine, Push-Nachrichten – selbst in der Freizeit kommt kaum noch Ruhe auf. Genau diesem digitalen Dauerfeuer wollen immer mehr Menschen im Urlaub entkommen. Abschalten, runterkommen, durchatmen lautet die neue Sehnsucht – und sie führt im Winter nicht mehr zwangsläufig auf die Skipiste.

In Österreich zeichnet sich deshalb ein neuer Wintertrend ab: Spazierengehen! Ohne Zeitdruck, und ohne sportliche Ambitionen. Statt Adrenalin suchen Gäste in der winterlichen Bergwelt einfache Bewegung und Entspannung. Die „Bergkrone“ hat sich in den Wanderdörfern der steirischen Erlebnisregion Murau umgesehen – und dort genau diesen Gegenpol zum hektischen Alltag gefunden.

Neumarkt, Mühlen, St. Lambrecht und Krakau – die vier zertifizierten Wanderdörfer inmitten des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen zeigen, dass Wintererlebnis auch ohne Trubel funktioniert. Kurze, geprüfte Wege, wanderfreundliche Hotels und eine durchdachte Infrastruktur machen das Gehen leicht – gerade im Winter. Hier geht es nicht nur um Höhenmeter oder Rekorde, sondern um Landschaft wahrzunehmen, um Stille und um das gute Gefühl, draußen zu sein.

Einfach draußen sein und genießen – im Hintergrund Burgruine Schlossstein
Einfach draußen sein und genießen – im Hintergrund Burgruine Schlossstein(Bild: Hannes Wallner)

„Die Leute wollen wieder durchatmen!“
Dass sich der Wintertourismus verändert, bestätigt auch Anna Lercher vom Hotel Gasthof Lercher in Murau. Anna erlebt ihre Gäste täglich – und erkennt zwei klare Typen: „Die einen sind komplett digital unterwegs, während die anderen genau davon wegwollen. Viele sind einfach voll – vom Bildschirm, vom Tempo, vom Alltag.“

Gefragt sind deshalb immer öfter einfache Spaziergänge, kurze Touren direkt ab der Hoteltür und stressfreie Naturerlebnisse. Auch die bewusste Anreise mit der langsamen Murtalbahn kann laut Anna so zu einem entschleunigenden Teil des Urlaubs werden. „Wir verkaufen unseren Gästen eigentlich genau das, was wir selbst gerne machen“, sagt die Gastgeberin. Wegkommen, ein paar Schritte gehen, in der Höhe kommen, durchatmen – ohne Druck, ohne Zielvorgaben. „Genau das suchen heute viele Menschen!“

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Viele Menschen sind digital überladen und suchen bewusst Abstand. Beim Spazierengehen fällt alles ab: kein Display, einfach nur Genießen.

Anna Lercher, Gasthof-Hotel Lercher in Murau

Geschichte, die man ergeht
Mitten in der Erlebnisregion Murau wirkt auch ein Verein, der dem Spazierengehen hier eine zusätzliche Tiefe verleiht: HistAK Neumarkt. Unter der Leitung von Christa Fürnkranz und Werner Fest widmen sich rund 70 Mitglieder der Erforschung und Vermittlung der frühen Geschichte rund um Neumarkt. „Die Gegend zählt zu den ältesten durchgehend besiedelten Räumen der Steiermark“, weiß Werner, denn der Neumarkter Sattel gilt als der niedrigste Übergang der Ostalpen und seit Jahrtausenden zieht dieser natürliche Pass Menschen durch diese Landschaft. Kein Zufall also, dass sich gerade hier zahlreiche Spuren aus der Jungsteinzeit, Hallstatt- und Römerzeit bis ins Mittelalter finden.

Christa Fürnkranz und Werner Fest vom Verein HistAK.
Christa Fürnkranz und Werner Fest vom Verein HistAK.(Bild: Hannes Wallner)

„Statt Geschichte hinter Museumsmauern zu verstecken, wollen wir diese an jenen Orten erlebbar machen, wo sie auch passiert ist“, so Christa zur „Bergkrone“. Mit dem Projekt „Sagenhaft“ ist dem Verein ein virtuelles Landschaftsmuseum gelungen. Mittels Smartphone-App können Besucher entlang kurzer Themenwege, die realen historischen Orte, wie Burgen, Siedlungsplätze und markante Landschaftspunkte, mit wissenschaftlich fundierten Informationen und Sagen, Mythen sowie Volksüberlieferungen erleben. Wirklich großartig.

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Spazierengehen ist für uns der bewussteste Zugang zur Natur. Langsam, achtsam und mit Respekt vor Landschaft, Tierwelt und den Einheimischen.

Claudia Sperl, Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen

Am Ende zeigt sich: Spazierengehen ist mehr als nur ein Trend – es ist eine bewusste Rückkehr zur Natur und zu sich selbst. In einer Zeit, in der digitale Reize und Leistungsdruck den Alltag dominieren, suchen nämlich immer mehr Menschen genau das Gegenteil.

„Wir erleben gerade, wie sehr Menschen in der Natur wieder zur Ruhe kommen wollen und wie wertvoll gerade die einfachen Wege geworden sind“, sagt Claudia Sperl, Obfrau des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen zur „Bergkrone“: „Denn wenn Gäste ohne Ziel, aber mit offenem Blick unterwegs sind, wird aus einem Spaziergang ein echtes Naturerlebnis – und genau das macht unsere Region und die Bergwelt Österreichs im Winter so besonders.“

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