Ihr erster Triumph bei den Australian Open, Matchball, riesige Emotionen, alles bricht aus ihr heraus – könnte man meinen. Tatsächlich bejubelte Jelena Rybakina den Sieg in Melbourne am Samstag mit einer kaum zu überbietenden Coolness.
Novak Djokovic ging auf die Knie, ließ sich minutenlang mit Richtung Himmel gereckten Armen feiern; Carlos Alcaraz brach überhaupt geradezu zusammen, schien gar nichts mehr zu packen, blieb am Boden liegen; ja, die beiden Herren-Finalisten von Melbourne wussten ihre jeweiligen Halbfinal-Krimis angemessen, emotional wie theatralisch, zu zelebrieren.
Die Antithese
Da wirkt die frischgebackene Australian-Open-Siegerin 2026 wie die völlige Antithese zu den beiden. Samstagmittag, Rod Laver Arena, Damen-Finale, Matchball Rybakina, Aufschlag, Ass – es ist geschehen. Die Kasachin hat ihren zweiten Grand-Slam-Titel, den ersten nach Wimbledon 2022, in trockene Tücher gebracht. Und sie jubelt ... sehr verhalten, im Prinzip fast gar nicht. Kein Schrei, kein Fallenlassen, kein Kniefall. Pathetisch nach oben gerissene Arme? Auch weit gefehlt. Immerhin: Den Ansatz eines Schmunzelns kann Rybakina dann doch nicht ganz unterdrücken. Einmal kurz die Faust geballt – dann geht‘s aber schon mit der Aufgeregtheit, als hätte sie soeben den Geschirrabwasch erfolgreich hinter sich gebracht, ans Netz, um die unterlegene Finalgegnerin Aryna Sabalenka zu umarmen.
Aber jetzt müsste er doch kommen, der große Gefühlsausbruch. Ab in die Mitte des Center Courts, Bussis ins Publikum schicken, minutenlang beklatschen lassen, oder? Keine Spur! Ein paar Schritte Richtung Center-Court-Mitte, ja, dann ein mit dem Racket simulierter Applaus als Dank ans Publikum. Das war‘s dann endgültig. Emotionsloser kann man kaum jubeln. Im Netz wird sie für ihre überbordende Coolness gefeiert.
Gleicher Jubel wie in Wimbledon 2022
Interessant: Als Rybakina 2022 Wimbledon und damit ihr erstes Grand-Slam-Turnier gewann, jubelte sie nach dem erfolgreich verwerteten Matchball .... richtig: auch kaum, eigentlich deckungsgleich wie heute. Sehen Sie selbst:
Kaum Jubel, kaum Worte
„Es ist schwer, Worte zu finden, aber ich möchte Aryna zu ihren tollen Resultaten gratulieren. Ich hoffe, dass wir noch viele Finali gegeneinander spielen“, sagte die in Moskau geborene Rybakina dann bei der Siegerehrung. Finali gegen Sabalenka sind kein Novum für sie, schon vor wenigen Monaten hatte sie Sabalenka bei den WTA Finals die Show gestohlen. „Ich bin froh, dass wir dieses Resultat erreicht haben, ich hoffe, wir können dieses Jahr so stark weitermachen“, meinte die auf dem Platz wenige Emotionen zeigende Spielerin in Richtung ihres Teams.
Sabalenka, die wie im Vorjahr ihren dritten Melbourne-Titel verpasste, war zunächst „sprachlos. Ich möchte dir zu deinem unglaublichen Lauf und deinem unglaublichen Tennis gratulieren. Ich spiele so gerne vor euch allen“, sagte Sabalenka zunächst zu ihrer Bezwingerin, dann zum Publikum: „Ich hoffe, dass das nächste Jahr besser für mich ausgeht.“ Der Jubel würde ziemlich sicher exzessiver ausfallen als heuer.
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