Die Registrierkassen-Affäre um manipulierte Software und nachträglich gelöschte Rechnungen hat für das Finanzministerium einen größeren Effekt als erwartet. Denn nachdem Steuerberater in der Gastroszene offensiv für strafmildernde Selbstanzeigen werben, rechnet man mit einem Geldregen. Indes ist der Justiz-Kronzeuge weiter „sehr kooperativ“.
Die Schockwellen in der heimischen Gastronomie-Szene haben sich nach dem Großschlag der Betrugsbekämpfer von Finanz und Sonder-Staatsanwaltschaft noch nicht gelegt. Wie berichtet, gab es mehr als 50 Razzien österreichweit wegen Verdachts von schwarzen (Registrier-)Kassen mittels manipulierter Software. Die angenommene Schadenshöhe übersteigt weit mehr als fünf Millionen Euro.
Justiz-Kronzeuge packt weiter aus
Betroffen waren die fünf Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich. Im Visier waren keine kleinen Imbissbuden, sondern Speiselokale bzw. Wirte mit dementsprechendem Jahresumsatz.
Während sich der Entwickler des kriminellen Computerprogramms als Kronzeuge der Justiz laut Ermittlern „sehr kooperativ“ zeigt und weiter auspackt, hofft das Finanzministerium auf einen überraschenden Nebeneffekt. Denn auch im Netz werben Steuerberater plötzlich offensiv für Selbstanzeigen.
Selbstanzeige bewahrt vor höherer Strafe
Das bewahrt mögliche Verdächtige auch vor der doppelten Geldstrafe des hinterzogenen Betrags. Was bei größeren Wirten in die Millionen gehen kann. Fällig ist dann nur mehr die Abgabenforderung mit einem Zinssatz. Das Finanzamt rechnet jedenfalls in den nächsten Wochen durchaus mit einem kleinen Geldregen.
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