270 Jahre nach seiner Geburt bekommt Wolfgang Amadeus Mozart (geboren 27. Januar 1756, gestorben 5. Dezember 1791) die größte Party Salzburgs und wird gleich doppelt gefeiert – denn die Mozartwoche feiert ihren 70er.
Mozart hatte Glück. Nicht nur mit seinem Talent, sondern damit, überhaupt Geburtstag gehabt zu haben. Denn als Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Jänner 1756 das Licht der Welt erblickte, war das keiner großen Feier wert. Geburtstage? Ein Luxus der Oberschicht. In bürgerlichen Haushalten notierte man das Datum bestenfalls am Rand. So auch Vater Leopold. In einem Brief an seinen Verleger in Augsburg erwähnt er das freudige Ereignis zwischen Tür und Tinte: „Übrigens, gestern kurz nach acht am Abend hat meine Frau Geburt gegeben, die Nachgeburt war schwierig, alles andere war gut.“
270 Jahre später wird der Komponist umso üppiger gefeiert. In Salzburg vor allem Dank seines größten Fans Rolando Villazón und der Mozartwoche. Bei seiner mittlerweile traditionellen mexikanischen Geburtstags-Serenade in der Altstadt (Start heute, 18.30 Uhr vor Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse) trällern „Villazón and Friends“ dem genius loci ein Ständchen.
Eine Party, die dem Jubilar vermutlich gefallen hätte. Denn, wie sich heute belegen lässt: Mozart war dem Leben durchaus zugetan. „Wir Kinder, wir schmecken der Freuden recht viel! Wir schäkern und necken, versteht sich im Spiel“, schrieb er in einem Lied, das er kurz vor seinem Tod komponierte. Ein musikalischer Rückblick auf eine Kindheit, die trotz Reisestrapazen reich an Spiel und Bewegung war. Und auch als Erwachsener blieb er dem Genuss treu. 1773 zog die Familie Mozart in Salzburg von der Getreidegasse in das sogenannte „Tanzmeisterhaus“, das heute als „Mozart-Wohnhaus“ Museum ist. Dort wurde nicht nur komponiert, sondern auch gekegelt, gefeiert, gespeist und geschossen – mit Druckluft, wohlgemerkt. Das „Bölzlschießen“ war eine jener Gesellschaftssportarten, in denen sich Mozarts Lust am Spiel spiegelte. Mit seinem „Kegelstatt-Trio“ setzte er dem Kegeln sogar ein musikalisches Denkmal. Im berühmten Zauberflötenhäuschen – heute im Innenhof des Museums – wurde übrigens weniger komponiert als getrunken. Emanuel Schikaneder, Mozarts Auftraggeber und Librettist der „Zauberflöte“, soll dort regelmäßig Feste gefeiert haben. Mit dabei: Mozart, Musiker und reichlich Speis und Trank.
Weniger sein ausschweifender Lebensstil als seine lebenslängliche Krankheit setzten dem feierfreudigen Genie ein jähes Lebensende. Mit 35 Jahren verstarb Mozart – ganz ohne Zutun von Antonio Salieri, den er entgegen aller Mord-Gerüchte als erfahrenen Kollegen schätze und sogar einmal in eine Aufführung der Zauberflöte begleitete.
So kurz sein Leben, so lange sein Nachwirken. Um die Bedeutung seiner Geburt zu feiern, rief die Stiftung Mozarteum vor 70 Jahren die Mozartwoche ins Leben und feiert Salzburgs Lieblingssohn seither jährlich mit dem großen Musikfestival. Dieses Jahr zusammen mit ihrem Jubiläum sogar doppelt.
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