Gesunde Mitgift

Bienenkönigin gibt ihrer Brut Immunstatus mit

Wissenschaft
30.04.2014 12:30
Die Amerikanische Faulbrut ist eine hochansteckende bakterielle Brutkrankheit der Honigbienen, bei der die Larven in den Waben verfaulen. Zoologen an der Uni Graz suchen nach Strategien, um die Infektion zu verhindern bzw. zu behandeln. Dabei haben sie herausgefunden, dass Bienenköniginnen ihres eigenen Immunstatus quasi als molekulare Mitgift an die Brut weitergeben können.

Die Amerikanische Faulbrut kann ganzen Bienenvölkern in kurzer Zeit den Garaus machen und richtet weltweit alljährlich große Schäden in der Imkerei an. Sie entsteht durch die Infektion mit dem sporenbildenden Bakterium Paenibacillus larvae und befällt nur die junge Brut während der ersten Lebenstage, schildert Ulrike Riessberger-Galle vom Institut für Zoologie der Uni Graz. Ammenbienen füttern die jungen Larven und stecken sie so mit Bakteriensporen an. Ältere Larven und erwachsene Bienen hingegen sind gegen die Krankheit unempfindlich.

Am Institut für Zoologie wurde bereits sowohl in Larven als auch in erwachsenen Bienen eine Substanz gefunden, die das Wachstum der pathogenen Keime unterdrücken kann und somit die junge Bienenbrut vor der gefürchteten Bakterienerkrankung schützt - ein wichtiger Schritt vorwärts im Kampf gegen die Bienenseuche, da in Österreich wie auch in den meisten europäischen Ländern die medizinische Behandlung der Völker mit herkömmlichen Antibiotika nicht zugelassen ist. Jetzt hat das Team aus Grazer Zoologen, Molekularbiologen und Chemikern neue Erkenntnisse zur Entwicklung des Immunsystems gewonnen, welche es in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings of the Royal Society B" publizierte.

"Wir haben die Bienenkönigin mit einer relevanten Dosis des abgetöteten Krankheitserregers der Amerikanischen Faulbrut geimpft und so ihr Immunsystem stimuliert", erklärte die Biologin. Anschließend wurde die Brut der immunstimulierten Königin den krankmachenden Sporen von Paenibacillus larvae ausgesetzt. Dabei zeigte sich, dass sie die Infektion signifikant besser überlebte und weniger krank wurde als eine Vergleichsbrut der noch nicht immunstimulierten Königin zuvor. Die Abweichung betrug um die 25 Prozent - "das ist beachtlich", so Riessberger-Galle.

Königin kann Immunstatus des Volkes beeinflussen
Das Grazer Forscherteam schließt daraus, dass die Bienenkönigin den Immunstatus ihres künftigen Volkes aktiv beeinflussen kann. "Die Königin kann offenbar ihrem Nachwuchs lebenswichtige Mehrinformation mitgeben." Wie dies konkret funktioniere, sei "etwas, dass wir noch nicht beantworten können - ebenso wie die Frage, wie lange die Stimulation des Immunsystems der Königin anhält", sagte die Forscherin.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt