Die aktuelle Spielserie von Mozarts „Idomeneo“ an der Wiener Staatsoper lässt in jeder Hinsicht Wünsche offen. Einzig das Dirigat erfreut in dieser Konstellation.
Die Staatsoper erinnert an Mozarts 270. Geburtstag und holt Kaspar Holtens steril-steife „Idomeneo“-Inszenierung (2014) nach sechs Jahren Pause aus der Versenkung. Ob Mozart damit Freude gehabt hätte?
Sicher mit Bertrand de Billys auf klare Linien, delikaten Klang und liebevolle Detailgestaltung ausgelegte Interpretation. Und da begeistert auch eine Stimme: Die Chinesin Ying Fang ist eine bezaubernde Ilia, deren klarer, geschmeidiger Sopran die Leiden der Kriegsgefangenen, in den kretischen Prinzen Idamante Verliebten berührend schildert. Dass die übrige Besetzung nicht homogen wirkt und jede Menge Wünsche offenlässt, kann de Billy nicht retten.
Bernard Richter spielt Kretas König Idomeneo klug und eindrucksvoll, aber mit Koloraturen seiner Bravourarie „Fuor del mar“ kämpft er. Kate Lindseys dunkler Mezzo bleibt als Idamante Höhen und Tiefen ihres Liebeslebens schuldig. Eleonora Burattos Elettra, deren Liebe zu Idamante immer wieder enttäuscht wird, bleibt in ihren Arien – und nicht nur in der berühmten Nummer „D’Oreste, d’Ajace“ in oberflächlichem Theater stecken. Feiert man jetzt so Mozart in Wien?
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