Es geht ganz einfach

Vitaminreiches Grün direkt vom Fensterbrett

Oberösterreich
17.01.2026 17:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

„Krone“-Gartenexpertin Patrizia Haslinger verrät diesmal, wie man seinen eigenen Minigemüsegarten in der kalten Jahreszeit heranziehen kann. Das schaut nicht nur schön aus und ist eigentlich ganz einfach, sondern auch noch ganz gesund.

Gerade im Winter braucht unser Körper vitaminreiche Unterstützung. Erntefrisches Grün ist rar, genau da sind Keimsprossen und Micro-Greens eine einfache, leistbare und richtig g’scheite Lösung. Sie liefern wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und pflanzliches Eiweiß in konzentrierter Form und lassen sich ohne Garten, ohne Erde und fast ohne Aufwand direkt auf der Fensterbank ziehen.

Sprossen sind Samen mit Wurzel, Micro-Greens haben neben den Keimblättern auch schon zwei ...
Sprossen sind Samen mit Wurzel, Micro-Greens haben neben den Keimblättern auch schon zwei weitere Blätter angesetzt. Beide lassen sich am Fensterbrett anziehen.(Bild: Markus Wenzel)

Wertvolle Inhaltsstoffe
Keimsprossen sind nichts anderes als gekeimte Samen. Besonders beim Keimen entwickeln sich wertvolle Inhaltsstoffe – allen voran Vitamin C, aber auch Eisen, Magnesium, Kalzium und B-Vitamine. Deshalb gelten die kleinen Pflänzchen völlig zu Recht als heimisches Superfood. Die Anzucht ist einfacher als man glaubt: Für Sprossen reicht ein Einmachglas (in den Deckel bohre ich Löcher, oder Sie verwenden ein feines Vlies). 1 bis 2 Esslöffel Bio-Samen werden mit lauwarmem Wasser über Nacht eingeweicht und danach zwei- bis dreimal täglich gut durchgespült. Wichtig ist Sauberkeit – so haben Schimmel und Bakterien keine Chance. Nach vier bis sieben Tagen sind die meisten Sprossen erntereif. Ein heller Platz ohne direkte Sonne und Temperaturen um die 20 Grad sind ideal.

Täglich frischen Salat ernten

Wussten Sie, dass es auch Salat mit Wurzelballen gibt? Ich kaufe diesen besonders gerne im Winter. Dessen Weiterzucht ist kinderleicht: Einfach den Wurzelballen in ein Wasserglas stellen – schon lässt sich dieser täglich in kleinen Mengen ganz frisch ernten. Wenn das „Herzerl“ übrig bleibt, kann man dieses wieder einpflanzen – mit ein wenig Glück wächst der Salat weiter …

Ernte in zwei bis drei Wochen
Es gibt im Handel praktische Anzuchtsets, die das Handling sehr erleichtern. Micro-Greens sind – wie der Name verrät – Minigemüsepflänzchen. Sie dürfen etwas länger wachsen und werden in einer flachen Schale mit magerem Substrat gezogen (dafür eignet sich z. B. Anzucht- oder Kräutererde, aber auch Watte oder mehrere Lagen Küchenrolle), regelmäßig besprüht und nach etwa 2 bis 3 Wochen geerntet – sobald sich neben den Keimblättern die ersten „echten“ Blätter zeigen. Ob Kresse, Rucola, Brokkoli, Radieschen oder Alfalfa: jede Sorte bringt ihren eigenen Geschmack mit.

So ziehen Sie Ihr Avocadobäumchen
Die Bowl ist gegessen, der Avocadokern bleibt übrig – zu schade für den Biomüll, oder? Also ab ins Wasserglas oder gleich in die Erde, und mit ein wenig Geduld wächst ein kleines Avocadobäumchen heran. Ein schönes Fensterbankprojekt, keine Frage. Aber eines, das auch zum Nachdenken einlädt.

Aus dem Kern lässt sich ein kleines Avocado-Bäumchen ziehen.
Aus dem Kern lässt sich ein kleines Avocado-Bäumchen ziehen.(Bild: Markus Wenzel)

Denn Avocados haben eine Schattenseite: ihr Anbau braucht enorm viel Wasser, oft in Regionen, wo genau das fehlt. Mehrere hundert Liter pro Kilo – das ist kein grünes „Märchen“, sondern Realität. Wer Avocados genießt, sollte das bewusst tun und nicht im täglichen Übermaß. Ehrlicherweise essen auch wir zu Hause manchmal Avocados – meist meine Teenagertochter, weil’s ja total „trendig“ ist. Den Kern weiterzuziehen, ist dennoch sinnvoll. Das Pflänzchen wird bei uns zwar keine Früchte tragen, ersetzt also keinen Avocadoanbau, aber es schärft den Blick für den Wert von Lebensmitteln. Man erlebt, wie langsam Wachstum ist und wie viel Geduld eine Pflanze braucht.

Und so geht es
Das Ziehen geht ganz einfach: Kern reinigen, mit Zahnstochern über ein Glas Wasser hängen oder direkt in die Erde setzen, warm stellen und regelmäßig gießen. Nach einigen Wochen zeigt sich der erste Trieb – still, unspektakulär und doch ein kleines Wunder (besonders Kinder lieben es, das Bäumchen beim Wachsen beobachten zu können).

Vielleicht ist genau das der richtige Zugang: Avocados bewusst genießen – und nach dem Genuss dann den Kern als grüne „Erinnerung“ aufziehen.

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