„Handschlagqualität“, das ist es, was ORF-Generaldirektor Roland Weißmann und Dietmar Otti, Global Head of Media bei Red Bull und somit auch von ServusTV, aneinander schätzen. Die „Krone“ bat die beiden Top-Manager zum Gipfeltreffen, wo sie über gemeinsames Auftreten beim Rechte-Poker für WM, EURO, oder Ski-Alpin berichten, was sie zu einer nationalen Streaming-Plattform sagen und wie man den Medienstandort Österreich stärken kann.
„Krone“: Würde man Sie beide vielleicht auch außerhalb eines gemeinsamen Medientermines auf Einladung der „Krone“, wie dem heutigen, bei einem Kaffee oder einer Tasse Tee antreffen?
Roland Weißmann: ... oder bei einem Bier ab 17 Uhr? Sicher. Absolut. Wir kennen uns jetzt seit einigen Jahren und die Häuser arbeiten auch seit vielen Jahren wirklich sehr, sehr gut zusammen. Das eine sind konkrete Projekte, wie die Formel 1, das läuft ja bereits seit einigen Jahren. Und auch medienpolitisch gibt es ja durchaus gemeinsame Ideen und Verantwortungsgefühl für den Medienstandort. Aus diesem Grund reden wir viel miteinander und versuchen konstruktiv und positiv miteinander umzugehen.
Dietmar Otti: Stimmt, und wir haben ja auch unabhängig von den Sportrechten gemeinsam die neue Währung, den Teletest 2.0, auf den Weg gebracht. Und natürlich gibt es auch darüber hinaus gemeinsame Interessen.
Strukturell gesehen, welche sind die Säulen, die Sie als Medienhäuser vereinen? Welche sind es, die Sie vielleicht sogar diametral auseinandergehen lassen und somit trennen?
Weißmann: Ich glaube, was uns mittlerweile eint, ist, dass wir beide dem Publikum in Österreich Content vor der Bezahlschranke liefern wollen. Das gelingt uns gemeinsam seit Jahren bei der Formel 1, das gelingt uns jetzt bei der Fußballweltmeisterschaft und in der Folge dann bei der Europameisterschaft. Den Teletest hast du bereits angesprochen. Wir haben auch einige fiktionale Produktionen schon gemeinsam gemacht, wo man sich natürlich für eine Win-win-Situation für beide Seiten auf eine Sender-Kooperation mit einem Ausspielfenster verständigen muss. Aber das hat immer problemlos funktioniert.
Otti: Vielleicht noch einen Schritt zurück: Wenn man sich die Medienlandschaft in Österreich ansieht, stellt man fest, dass viele Player Teil internationaler Konzerne sind und primär als Ableger fungieren. Umso wichtiger und erfreulicher finde ich die Initiativen unserer beiden Häuser. Denn wir – genauso wie der ORF – sind klar österreichisch verankert. Das verbindet uns. Genau deshalb sehe ich unsere gemeinsame Verantwortung darin, Medienvielfalt in Österreich zu erhalten. Medienvielfalt heißt für mich aber nicht Gleichförmigkeit. Zwei identische Positionierungen wären aus meiner Sicht eine zu viel. Jeder soll das bedienen, wofür er steht. Entscheidend ist, dass man respektvoll und professionell miteinander umgeht. Und in einem Markt wie diesem braucht es zusätzlich Handschlagqualität – etwas, das ich auch sehr an Roland schätze. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Neben Content- und Sportrechte-Kooperationen geht es um strategische Notwendigkeit. In den USA hat Apple kürzlich die kompletten Formel-1-Rechte für etwa 750 Millionen Dollar erworben. Ich bin überzeugt, dass wir in Europa bald ähnliche, großflächige Lizenzdeals sehen werden. Wenn wir hier nicht gemeinsam denken, ist Österreich schnell außen vor. Deshalb gilt für uns: Wir sind in der Sache harte, aber respektvolle Wettbewerber. Und dort, wo Kooperation für den Seher Sinn macht, die Medienvielfalt stärkt und Ressourcen sinnvoll einsetzt, arbeiten wir zusammen. Der ORF muss auf seine Mittel achten, wir ebenso. Auch in der Produktion – etwa bei der Formel 1 – ist Zusammenarbeit logisch. Es ergibt keinen Sinn, bei geteilten Rechten unterschiedliche Standards oder parallele Produktionsstrukturen zu fahren. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wertschöpfung in Österreich, für Österreich.
Was uns in diesem Zusammenhang an die sagenhafte Summe von rund 2,7 Milliarden Euro Werbeabfluss in der jüngeren Vergangenheit an die Tech-Konzerne führt. Geld, das Österreich somit nie gesehen hat, obwohl es hier generiert wurde.
Otti: Hinzu kommen etwa auch deutsche Sender, die hierzulande ebenso Werbeumsätze generieren. Die zentrale Frage lautet daher: Wie viel Wertschöpfung bleibt tatsächlich in Österreich, für Österreich? Netflix hat mittlerweile geschätzt 1,5 Millionen Abonnenten in Österreich, dazu kommt jetzt auch HBO – der nächste große Player. Diese Plattformen sind in solchen Betrachtungen oft noch gar nicht vollständig eingerechnet. Geht man von diesen Entwicklungen aus, fließen wahrscheinlich bereits 70 Prozent der Wertschöpfung aus dem österreichischen Medienmarkt ins Ausland ab.
Angesprochen darauf, fühlt man sich, für den Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine mitunter schwieriger zu beantwortende Frage, von der Regierung und der Politik nicht ein wenig im Stich gelassen? Und wie kann man dieser zunehmenden Entwicklung entgegenwirken?
Weißmann: Nein (lacht), das jüngste große ORF-Gesetz wurde ja 2024 mit einer neuen Finanzierung und auch mehr digitalen Möglichkeiten implementiert. Das ist in Zeiten wie diesen auch ganz wichtig. Es ist fair. Und für das, wofür wir beide eintreten, da hatten wir in den vergangenen Jahren schon gemeinsam und auch jetzt immer wieder gute Zuhörer. Und zwar, wenn es um die Frage geht: Was braucht der Medienstandort Österreich? Und dafür treten wir ja ein. Weil, wie du richtig gesagt hast, mehr als 2,7 Milliarden Werbung fließt mittlerweile ab ohne Wertschöpfung. Und jetzt versuchen wir hier diesen kleinen feinen Medienstandort irgendwie zu erhalten. Und, wie du auch richtig gesagt hast, niemand hat etwas zu verschenken.
Otti: Da sind wir sehr konsequent.
Weißmann: Und jeder muss natürlich schauen, dass das Seine funktioniert. Aber Kooperation heißt Win-Win für beide Seiten. Und das machen wir.
Otti: Würde ich auch so sagen. Vor allem bei dem ersten Win: Da geht es um die Seher.
... deren Medienkonsumverhalten sich über Jahre gewandelt hat.
Weißmann: Richtig, weil sie sich auch verändert haben. Aber das ist ja auch das Neue, sich die Rechte zu teilen. Wir treten künftig gegenüber den anderen Externen als gemeinsame „Station“ auf. Wir teilen uns die Formel-1-Rechte und sagen aber nicht mehr, wir gehen jetzt zu dem Dienstleister und ihr geht zu dem anderen ... sondern wir treten gemeinsam nach Außen hin auf. Wir wollen für das österreichische Publikum die beste Übertragung machen. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren, sondern wir reden, welche Standards brauchen wir, unterstützen uns hier gegenseitig.
Talks, Information und News. Hier tun sich internationale Plattformen wie Amazon oder Netflix naturgemäß schwerer.
Dietmar Otti über über einen der USPs von ServusTV.
Geschieht es dann quasi im Sinne von Ihnen beiden, wenn der Stiftungsratsvorsitzende des ORF ausrückt und sagt, er möchte einen geeinten Streaminganbieter – einen, wenn man zwischen den Zeilen liest, rein österreichischen. Ist das dann schon etwas in der Pipeline?
Otti: Ich sehe das Thema Streaming etwas differenzierter. Wir haben für uns sehr klar drei strategische Schwerpunkte definiert. Der erste – und aus meiner Sicht auch der wichtigste – ist die Frage nach dem eigenen USP, also der Einzigartigkeit. Wir stehen heute ja nicht nur im Wettbewerb mit dem ORF, sondern auch mit internationalen Streaming-Anbietern, mit Social Media und einer Vielzahl weiterer Contentangebote. Umso entscheidender ist es, sich klar zu positionieren: Wofür stehen wir, und was können wir besser oder anders als andere? Für uns kristallisieren sich dabei drei Bereiche heraus. Der erste lässt sich unter dem Begriff „Voice & Media“ zusammenfassen – dazu zählen Talks, Information und News. In diesem Segment haben wir uns über viele Jahre hinweg eine klare Positionierung mit hoher Glaubwürdigkeit aufgebaut. Hier tun sich internationale Plattformen wie Amazon oder Netflix naturgemäß schwerer.
... mit oftmals völlig unterschiedlichen Positionen.
Otti: Das ist in Ordnung und auch das, was wir wollen. Die zweite Einzigartigkeit ist bei uns definitiv der Sport, die Sportrechte und auch die Einzigartigkeit der Welt von Red Bull. Und das Dritte ist für uns die Regionalität. Und mit diesen dreien haben wir eine klare Positionierung, die wir weiter stärker. Dass wir dabei konsequent dem Digital-First-Gedanken folgen, ist klar. Wir müssen dort präsent sein, wo sich unsere Nutzerinnen und Nutzer aufhalten. Ein weiterer zentraler Punkt ist das Thema Infrastruktur. Ich bin ein großer Verfechter davon, denn am Ende kann man mit KI und neuen Technologien vieles ausprobieren – ohne die passende Infrastruktur funktioniert es jedoch nicht. In diesem Bereich sind wir sehr gut aufgestellt.
Beim Stichwort: Zum Beispiel bei der Fußballweltmeisterschaft heuer, der ORF ist Hauptlizenznehmer, ServusTV Sublizenznehmer, gibt es hier auch auf Produktions-seitiger Ebene schon Annäherungen?
Weißmann: Ja, absolut. Das ist genau das, was wir machen. Und das betrifft nicht nur die Rechte, sondern wir gehen den nächsten Schritt weiter und treten eben gegenüber Dritten als ein Anbieter auf. Wir sagen, wir sind die, die gemeinsam 104 Spiele haben und gemeinsam erzielen wir dann Preise. Österreich ist ein kleines Land, aber trotzdem bedienen wir es beide sehr gut. Und so treten wir gemeinsam künftig auf.
Das wird sich 2028 dann fortführen, wenn sich der Rechte-Spieß umdreht und ServusTV Hauptlizenznehmer sein wird.
Otti: Richtig, bei der EURO wird es genau umgekehrt sein wird. Und auch hier wird dann wieder interagiert.
Weißmann: Jeder macht seine Hausaufgaben und jeder muss einmal „stand alone“, für sich gut funktionieren. Wir haben Hausaufgaben gemacht und wir gehen jetzt eben den nächsten Schritt gemeinsam. Es bringt auch nichts, wenn der eine wahnsinnig viele Spiele hat, der andere nicht, sondern der Gewinner soll ja immer das Publikum sein. Das Publikum kriegt alle Spiele der Fußballweltmeisterschaft. Kann jetzt im Konkreten 104 Spiele im Free TV schauen bei euch, wie bei uns. Und natürlich – und da bedanke ich mich auch jetzt bei den Kollegen von Servus TV: Beide Seiten haben alle Hürden überwunden. Wir weisen gegenseitig hin und sagen auch, die Fußball-WM ist 2026 ein Gesamtpaket, das man beim ORF und bei Servus sieht.
Otti: Das meinte ich mit Handschlagqualität. Er ist der Haupt-Rechtehalter und wurde auch wegen der Spielauswahl öffentlich kritisiert.
Weißmann: Genau das ist der Punkt an einer guten Partnerschaft, die soll nämlich nicht nur bei Schönwetter halten. Und dazu stehen wir. Und so haben wir auch euch seit Jahren kennengelernt.
2026 ist unbestrittener Weise ein Supersportjahr und ein Blick in die Verträge macht sicher, die Formel-1-Rechte laufen aus. Sind Sie bei diesen Verhandlungen auch „ziemlich beste Freunde“?
Weißmann und Otti: Wir bemühen uns. (lachen)
Weißmann: Wir sind beide optimistisch, dass wir das auch in den kommenden Jahren fortführen werden können. Im Verhältnis unserer beiden Sender ist jedenfalls alles klar.
Otti: Dem stimme ich zu. Aktuell stehen wir als Rechtehalter mit der Formel 1 noch in Verhandlungen, sind aber entsprechend zuversichtlich. Wir haben gemeinsam seit 2021 bewiesen, dass wir ein sehr gutes Produkt für Österreich liefern.
Und das dann vielleicht auch künftig auf einer nationalen Streamingplattform?
Otti: Man muss das Thema wirklich übergreifend betrachten. Am Ende geht es um die Geschichte und um den Content. Das sieht man sehr gut am Sport: Großereignisse wie eine WM bringen enormen Traffic – sie holen die Menschen gewissermaßen in den „Supermarkt“. Entscheidend ist aber, dass das Angebot rundherum stimmt. Nur dann bleiben die Nutzer, beschäftigen sich weiter mit den Inhalten und entwickeln eine Beziehung zur Marke. Die Loyalität gilt dem Content, nicht der Plattform. Genau darin liegt der Kern des Problems. Deshalb halte ich eine übermäßige oder rein plattformorientierte Förderung – auch im politischen Kontext – für den falschen Ansatz. Was wir brauchen, ist eine content- und innovationsorientierte Förderung, denn das ist es, was das System langfristig stärkt und weiterbringt. Zu der Frage, wo es bei uns Reibungspunkte gibt: Natürlich gibt es Themen in der Positionierung. Wir werden uns nicht anbiedern, sondern unsere Standpunkte klar und konsequent vertreten. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass es zwei Dinge braucht. Erstens: einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk – das sage ich ganz bewusst auch aus privater Perspektive. Zweitens: einen klar definierten öffentlich-rechtlichen Auftrag, bei dessen Ausführung zukünftig auch Private eine Rolle spielen sollten.
Wir sind zwei professionelle Häuser (...) Und da gibt es natürlich auch unterschiedliche Positionen, in gewissen Fragen, aber stets mit Handschlagqualität.
Roland Weißmann über Vertragsverhandlungen
Diesbezüglich wird es neuerlich spannend, wenn 2026/27 die Ski-Alpin-Rechte auslaufen. Der ORF hält bis dahin die Live-Rechte, ServusTV die Highlight-Rechte.
Otti: Es wird auch spannend bleiben, oder? (lacht)
Weißmann: ... auch hier sind wir beide optimistisch. Es ist noch nicht der Zeitpunkt, irgendetwas final zu verkünden. Aber ich glaube, beide eint uns, dass das Glas bei uns immer halb voll ist. Also auch hier gibt es Gespräche und vielleicht kann man in naher Zukunft etwas verkünden, aber auch hier muss man es finanzieren.
Otti: Ich möchte das gar nicht politisch aufladen. Was es aus meiner Sicht braucht, ist eine klare Vision für den Medienstandort Österreich. Was uns verbindet, ist genau diese gemeinsame Perspektive. Ob im Skisport, in der Formel 1, im Fußball oder in anderen Bereichen: Entscheidend ist, dass wir immer denselben strategischen Blick darauf legen und die Frage stellen, wie wir den Standort insgesamt stärken können. Natürlich ist der Anspruch immer, diese Vision konsequent umzusetzen. Manches wird gelingen, manches auch nicht. Wichtig ist jedoch, dass wir gemeinsam an der Richtung festhalten und kontinuierlich daran arbeiten.
Weißmann: Ich glaube, man sieht schon, wenn man uns beiden zuhört, das viele Gemeinsame. Und trotzdem gibt es auch unterschiedliche Positionen. Wir sind ja nicht eins, sondern ganz im Gegenteil, wir sind zwei professionelle Häuser, die das gesamte Bild abrunden. Und da gibt es natürlich auch unterschiedliche Positionen, in gewissen Fragen, aber stets mit Handschlagqualität.
Ein Lob, das von Herrn Otti an Sie ausgesprochen wurde.
Weißmann: Wenn man etwas sagt, muss man es auch machen. Das halten wir ein. Und ich kann es nur noch einmal betonen: Die Kooperation geht ja schon seit Langem und hat immer super funktioniert. Und eines noch ergänzend, es ist Platz für beide da. Wir bilden in Österreich beide das Regionale ab – das gibt es bei den Tech-Giganten nicht, und das werden die nie machen. Wir sorgen dafür, dass das Österreichische da ist. Ihr, so wie ihr das perfekt macht und wir, so wie wir das machen. Es ist für beides Platz. Und das ist wichtig in einer medienpolitischen Diskussion, auch für den Medienstandort. Österreich kennen nur wir. Und hier sitzen die Medienhäuser, die Österreich kennen. Ich habe auch schon öfter gesagt: Ich bin froh, dass wir so einen hochprofessionellen Partner und Konkurrenten haben. Warum? Weil wir dadurch auch besser werden. Ihr habt Standards gesetzt bei der Fußball-Europameisterschaft, und das war für uns der Punkt, dass wir gesagt haben, „Hallo! Da gibt es gute Leute, wir müssen da besser werden.“ Und da bin ich froh, dass mit Martin Szerencsi und mit Veronika Dragon-Berger da interimistisch neue Leute sitzen, die einen völlig neuen Spirit da hineingebracht haben. Also Konkurrenz ist auch wichtig, weil sonst hast du einen Einheitsbrei und dann bemühst dich nicht. So stehen wir im positiven Wettbewerb.
Otti: Damit komme ich zu einem weiteren zentralen Punkt: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir haben viele Kolleginnen und Kollegen, die aus dem ORF zu uns gekommen sind und auch umgekehrt. Der Austausch funktioniert dabei in beide Richtungen. Und damit sind wir attraktive Arbeitgeber. Gleichzeitig sehen wir eine strukturelle Herausforderung: Ich kenne die aktuelle Zahl nicht exakt, aber es gibt in Österreich schätzungsweise rund 1000 arbeitslose Journalistinnen, Journalisten und inhaltlich arbeitende Fachkräfte. Das zeigt deutlich, dass Österreich in den letzten Jahrzehnten im Medienbereich an Innovationskraft verloren hat. Genau deshalb bin ich ein klarer Verfechter von Innovation statt reiner Regulierung. Natürlich kann und muss man über Regeln sprechen – etwa im Zusammenhang mit Social Media. Aber der erste Schritt sollte immer sein, Innovation und Infrastruktur gezielt zu stärken. Darauf kann Regulierung aufbauen, nicht umgekehrt.
Wir haben unser Interview mit einer launigen Frage begonnen, gerne würde ich es mit einer solchen auch beenden. Sie, Herr Otti, haben im Februar Geburtstag, Sie, Herr Weißmann im März. Gibt’s medientechnische Geburtstagswünsche?
Otti: Ich wünsche mir, dass wir diesen Weg konsequent weitergehen: dort, wo wir kooperieren, auch weiterhin partnerschaftlich zusammenarbeiten. Entscheidend ist dabei, dass die Handschlagqualität so bestehen bleibt, wie sie heute ist. Gleichzeitig werden wir unsere unterschiedlichen Positionen weiterhin klar und konsequent vertreten – immer im Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Medienstandort Österreich zu stärken und weiterzuentwickeln, um seine Attraktivität für die Industrie langfristig zu sichern.
Weißmann: Ich sehe das sehr ähnlich, weil wir gemeinsam Dinge zusammenbringen, die man alleine nicht mehr zusammenbringen. Wir könnten uns die Formel 1 alleine nicht mehr leisten, sage ich ganz offen. Und so schauen wir fürs Publikum, dass man gemeinsam möglichst viel guten Content produziert. Sport bringt Emotion. Das merkt ihr an den Quoten, das merken wir, der Sport bringt in Österreich aber auch Identifikation. Die Menschen identifizieren sich damit, und sitzen vor dem Fernseher. Ob das jetzt beim Skifahren ist, beim Fußball ist, da passiert noch so etwas wie dieses elektronische Lagerfeuer. Und das brauchen wir.
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