Linzer Neujahrsempfang

Was es mit dem Sauschädel wirklich auf sich hat

Oberösterreich
15.01.2026 20:43

Der Sauschädl ist fixer Bestandteil des Linzer Neujahrsempfangs – und doch bleibt er für viele ein Rätsel. Jahr für Jahr wird er feierlich angeschnitten, kommentiert und fotografiert. Welche Rolle das traditionsreiche Ritual tatsächlich spielt und ob er auch wirklich schmeckt, wollte die „Krone“ wissen.

Rund 700 Besucher ließen sich die Premiere von Bürgermeister Dietmar Prammer nicht entgehen. Beim Neujahrsempfang im Alten Rathaus zeigte sich der neue Stadtchef bestens vorbereitet und stimmte Politik, Wirtschaft und Society auf das kommende Jahr ein. Nach exakt 52 Minuten Redezeit war es dann so weit: Prammer bat Landeshauptmann Thomas Stelzer zum obligatorischen Sauschädel-Anstich – einem Fixpunkt, ohne den ein Linzer Neujahrsempfang schlicht undenkbar wäre.

Volles Haus: Das Foyer im Alten Rathaus war gut besucht, der Einladung des Bürgermeisters ...
Volles Haus: Das Foyer im Alten Rathaus war gut besucht, der Einladung des Bürgermeisters folgten rund 700 Gäste.(Bild: Markus Wenzel)

Gegessen haben sie ihn noch nie
Denn der Sauschädel ist weniger Publikumsmagnet als vielmehr Tradition. Dabei handelt es sich um einen gekochten und anschließend gebratenen Schweinskopf, außen resch, innen saftig, optisch durchaus gewöhnungsbedürftig – kulinarisch aber ein uriges Bekenntnis zur regionalen Küche. Auf die Frage, wie er denn schmeckt, mussten Prammer wie auch Stelzer schmunzelnd passen: Beide sind zwar routiniert im Anschneiden, gegessen haben sie den Sauschädel allerdings noch nie.

Lisa Sigl (li.) mit IV-Präsident Thomas Bründl und Marie-Louise Schnurpfeil
Lisa Sigl (li.) mit IV-Präsident Thomas Bründl und Marie-Louise Schnurpfeil(Bild: Markus Wenzel)
Der Linzer Polizeichef Klaus Hübner (li.) mit Branddirektor Stefan Krausbar.
Der Linzer Polizeichef Klaus Hübner (li.) mit Branddirektor Stefan Krausbar.(Bild: Markus Wenzel)
Norbert Trawöger (LIVA) mit Magistratsdirektorin Ulrike Huemer.
Norbert Trawöger (LIVA) mit Magistratsdirektorin Ulrike Huemer.(Bild: Markus Wenzel)
Prammers Stellvertreter: Merima Zukan, Martin Hajart und Karin Leitner (v.l.).
Prammers Stellvertreter: Merima Zukan, Martin Hajart und Karin Leitner (v.l.).(Bild: Markus Wenzel)
Karl Egger jun. (Kekelit) mit Franz Ratzinger (Destillerie Parzmair).
Karl Egger jun. (Kekelit) mit Franz Ratzinger (Destillerie Parzmair).(Bild: Markus Wenzel)
Robert Oberleitner (Neue Heimat) und AK-Präsident Andreas Stangl.
Robert Oberleitner (Neue Heimat) und AK-Präsident Andreas Stangl.(Bild: Markus Wenzel)
Nina-Sofie Berghammer brillierte auf ihrer Geige.
Nina-Sofie Berghammer brillierte auf ihrer Geige.(Bild: Markus Wenzel)

„Schmeckt besser, als er aussieht“
Sachkundige Hilfe kam von LR Markus Achleitner, der das Brauchtum auch geschmacklich verteidigt: „So ein Sauschädel ist schon was Feines – gut gemacht muss er halt sein.“ Ähnlich sah das Linz-FP-Chef Michael Raml: „Richtig zubereitet schmeckt er besser, als er aussieht.“ Und weil Tradition in Oberösterreich bekanntlich nicht halbherzig gepflegt wird, hatte Caterer Caseli vorsorglich einen zweiten Sauschädel vorbereitet – geliefert vom Fleischer Pröll aus Vorchdorf.

Neben vielen anderen auch unter den Gästen: Fürst Georg Starhemberg, Unternehmer Josef Schachermayr, Stefanie Christina Huber (Sparkasse Oberösterreich), Franz Gasselsberger (Oberbank), Markus Auer (VKB), Klaus Kumpfmüller (Hypo Oberösterreich), Linz AG-General Erich Haider und Linz-Tourismus-Boss Dieter Recknagl.

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