Die Polizei warnt vor Investmentbetrug, im Burgenland die häufigste Form von Cybercrime. Erschreckend für die Opfer: Die Schadenssummen bewegen sich bis zu 570.000 Euro pro Fall.
Im Sog des rasanten Anstiegs digitaler Datenmengen im täglichen Leben mischen Betrüger kräftig mit. Täuschend echt wirkende Fake-Mails, Anrufe von angeblichen Finanzbeamten, gefälschte SMS – Österreich liegt beim Internet- und Telefonbetrug in der EU bekanntlich an der Spitze.
Mehr als 400 Strafdelikte
Im Burgenland stieg die Cyber-Kriminalität innerhalb eines Jahres um fast 20 Prozent an. Mit mehr als 400 kniffligen Strafdelikten bekamen es 2025 die Spezialisten unter den Ermittlern zu tun. „Die meisten Fälle betreffen den Investmentbetrug mit Krypto-Währungen“, informiert Landespolizeidirektor Martin Huber über aktuelle Entwicklungen.
„Keinem blind vertrauen!“
Die Bereitschaft zur Kapitalanlage nutzte ein vermeintlicher Finanzanalyst aus, der sich unter dem Namen Johann M. vorgestellt hat. In seine Fänge geriet ein Unternehmer aus dem Bezirk Oberpullendorf. Nach vielen Anrufen forderte der „Bitcoin-Profi“ die digitale Einmalzahlung von 250 Euro ein. So erlangte der Täter Zugriff auf geheime Codes des Opfers. Als der Trick aufflog, waren knapp 2500 Euro bereits weg.
Härter traf es einen Anleger (64) im Bezirk Oberwart. Per spezieller App für Transaktionen, die das Opfer auf seinem Handy installieren musste, konnte der Täter schließlich selbst Geld überweisen – 150.000 Euro Verlust nach nur vier Monaten! Der dringende Appell an alle Interessenten: „Keinem blind vertrauen!“
Investmentbetrug vor allem mit Krypto-Währungen führt die Cybercrime-Liste im Burgenland an, gefolgt von Love-Scam-Delikten und dem Diebstahl geheimer Daten.
Oberstleutnant Helmut Marban, Landespolizeidirektion
Anleger um das ganze Vermögen gebracht
Es geht aber noch schlimmer: Weit mehr als eine halbe Million Euro zweigte ein insolventer Shop-Betreiber (35) aus dem Bezirk Neusiedl am See von einem Pensionisten ab. Hohe Gewinne durch profitable Investments im Ausland und durch Goldeinkäufe wurden dem burgenländischen Opfer versprochen. Der Täter gab weiters vor, als IT-Experte dem Rentner bei Handy- und Internet-Problemen helfen zu können, tatsächlich verschaffte er sich durch gestohlene Daten direkten Zugang zum Konto und den Finanzdepots des über 80-Jährigen.
Der Beschuldigte konnte des Betruges überführt werden, er fasste bereits eine mehrjährige Haftstrafe aus. Laut Polizei gehen die Ermittlungen in den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung allerdings noch immer weiter.
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