Firmen in der Pflicht

Eigene Mitarbeiter gegen die eisige Kälte schützen

Kärnten
09.01.2026 08:00

Minusgrade, wie sie derzeit in Kärnten vorherrschen, sind nicht bloß unangenehm, sondern stellen für manche Berufsgruppen ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Daher sind Firmen dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter dagegen zu schützen.

„Viele unterschätzen, ab wann Kälte für den Menschen belastend wird“, warnt Steve Müller-Muttonen, Primar des Arbeitsmedizinischen Instituts Kärnten. „Kältearbeit beginnt bereits bei Temperaturen unter 15 Grad, abhängig von Wind, Nässe und körperlicher Tätigkeit.“ Während Mitarbeiter von Kühlhäusern oder in der Lebensmittelbranche ganzjährig davon betroffen sind, leiden Lkw-Fahrer und Bauarbeiter gerade akut unter den eisigen Temperaturen in Kärnten.

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Die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht in engem Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen am Arbeitsplatz.

Steve Müller-Muttonen, Primar des Arbeitsmedizinischen Instituts Kärnten

Aufwärmpausen, heiße Getränke und Schutzkleidung
„Diese führen nicht nur zu Unbehagen, sondern auch zu verminderter Leistungsfähigkeit, erhöhter Unfallgefahr und langfristigen gesundheitlichen Risiken“, warnt Müller-Muttonen. Dagegen müssen sich die Arbeiter aber nicht selbst schützen – Firmen sind gesetzlich dazu verpflichtet.

Die wichtigsten Maßnahmen

  • wetter- und kältefeste Schutzkleidung (Jacken, Schuhe, Handschuhe, Kopf- und Gehörschutz)
  • atmungsaktive Materialien mit ausreichender Wärmeisolierung
  • Reflektoren bei schlechter Sicht
  • beheizte Kabinen in Fahrzeugen
  • wärmeisolierende Matten an fixen Arbeitsplätzen

Solche Maßnahmen reichen von Aufwärmpausen über beheizte Aufenthaltsräume und heiße Getränke bis hin zu Schutzkleidung. Speziell bei Lkw-Fahrern müssen die Kabinen beheizbar sein, in Baucontainern dürfen 21 Grad nicht unterschritten werden. Außerdem besteht bei Extremwetter die Möglichkeit der kurzfristigen Arbeitsniederlegung.

Und die Schutzkleidung muss auch regelmäßig erneuert werden. „Das darf den Arbeitnehmer aber keinen Cent kosten“, stellt Müller-Muttonen klar. „Und ganz wichtig: Auch die Beschäftigten selbst sollten bei der Auswahl der Schutzkleidung mitreden. Das erhöht die Akzeptanz und letztlich den Schutz.“ Denn der Job ist schon so fordernd genug – Müller-Muttonen fasst zusammen: „Gesundheitsschutz darf nicht an der Außentemperatur scheitern.“

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