Pyro-Verletzungen

„Sind die Nerven zerstört, spürt man auch weniger“

Oberösterreich
30.12.2025 10:00

Jugendliche Experimentierfreude endet vor allem zu Silvester öfters im Spital. Nicht selten sind es ganz junge Kinder und auch die Tage nach dem Jahreswechsel bleiben immer wieder gefährlich. KUK-Kinderchirurgin Maria Nöhammer spricht über die Tücken bei Verbrennungen.

„Ist der Jahreswechsel ruhig verlaufen, heißt das noch lange nicht, dass alles überstanden ist“, mahnt die Linzer Kinderchirurgin Maria Nöhammer zur Vorsicht. Sie erinnert sich an einen Neujahrstag, als ein Kleinkind aus Neugier einen Blindgänger aufhob – dieser explodierte und verletzte die Hand des Kindes schwer.

Zum Glück wenig ganz schwere Verletzungen
Jedes zweite Jahr hat die 39-Jährige rund um den Jahreswechsel Dienst. Ambulante Behandlungen von Verbrennungen gibt’s in dieser Nacht häufiger. „Aber meist bleibt es bei einem Patienten, der dann einen operativen Eingriff braucht“, sagt die Oberärztin, deren Station für Kinder bis 14 Jahre zuständig ist. In diesem Alter dürften Kinder übrigens noch gar nicht mit Pyrotechnik hantieren. „Aber es ist das Alter, in dem die Experimentierfreude am größten ist“, weiß die Medizinerin. Das Experiment eines 16-Jährigen, der in Mauthausen einen Kracher in eine Benzinlache geworfen hatte, brachte heuer das erste Böller-Verbrennungsopfer ins Spital.

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Wir schimpfen niemanden, wenn er mit Verletzungen durch Pyrotechnik zu uns kommt. Die Betroffenen sind sowieso gestraft genug und ärgern sich. 

Maria Nöhammer, Kinderchirurgin KUK

Wann man zum Arzt gehen soll
„Jede Verletzung, die größer als eine Münze ist, muss von einem Arzt begutachtet werden“, so Nöhammer. Dass eine Verbrennung nicht schlimm schmerzt, kann über den wahren Schaden hinwegtäuschen, warnt die Ärztin: „Sind die Nerven zerstört, spürt man eben auch weniger.“ Neben Pyro-Opfern landen Kinder mit Verbrühungen in der kalten Jahreszeit ohnehin schon vermehrt im Spital – umgeschüttete heiße Suppen, Tees oder Kaffees. Wobei Kaffees schlimmere Verletzungen verursachen: „Weil sie Öl enthalten“, erklärt die Oberärztin. Also beim Jahreswechsel neben dem sachgemäßen Umgang mit Raketen, Böllern und Co. auch beim Fondue-Essen besonders gut aufpassen. Denn das Öl-Fondue wird bis zu 190 Grad heiß.

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