„3D-Drucker-Fleisch“
Tonmitschnitt bringt Suppengigant in Erklärungsnot
Ein heimlich mitgeschnittener Wutanfall eines leitenden Managers hat einen US-Lebensmittelgiganten in eine PR-Krise gestürzt. Darin äußert sich der hochrangige Mitarbeiter von Campbells rassistisch, prahlt mit gelegentlichem Drogenkonsum – und behauptet Unappetitliches über seinen eigenen Arbeitgeber ...
Die wohl berühmteste Dosensuppe der Welt gerät in den USA aktuell in die Schlagzeilen. Eine Tonaufnahme, die mehreren US-Medien vorliegt, dokumentiert gleich mehrere heikle Aussagen eines IT-Managers.
Dieser verhöhnt Konsumenten als „arme Leute“, beschimpft indische Mitarbeiter als dumm und behauptet, der Konzern verschleiere die Verwendung von Hühnerfleisch-Ersatz aus dem 3D-Drucker in seinen weltberühmten Dosensuppen.
Ex-Mitarbeiter zeichnete Gespräch auf
Die brisanten Aussagen fielen Berichten zufolge im November 2024 in einem Gespräch zwischen dem Manager und dem damaligen Mitarbeiter Robert Garza. Dieser wollte eigentlich über sein Gehalt verhandeln, zeichnete das Treffen aber nach eigenen Angaben heimlich auf, weil ihm das Verhalten seines Vorgesetzten suspekt vorkam (siehe Tweet unten).
Der Campbells-Manager wird mit den zynischen Worten zitiert, die Suppen seines Arbeitgebers seien „Scheiße für scheiß-arme Leute“. Er würde „den hochverarbeiteten Fraß“ nicht mehr kaufen, jetzt, wo er mehr über die Produktion wisse. An anderer Stelle ist zu hören: „Ich will kein verdammtes Stück Huhn essen, das aus einem 3D-Drucker kommt.“
Lebensmittelgigant bestreitet Vorwürfe
Campbells wies die Behauptungen umgehend und mit Nachdruck zurück. In einem Statement heißt es: „Die in der Aufnahme hörbaren Kommentare über unser Essen sind nicht nur unzutreffend, sondern absurd. Wir verwenden weder im Labor gezüchtetes Huhn noch irgendeine Form von künstlichem oder biotechnologisch hergestelltem Fleisch in unseren Suppen.“
Man betonte, dass die Äußerungen von einem Mitarbeiter stammten, der keinerlei Einblick in die Lebensmittelproduktion habe. Der Konzern nehme die Angelegenheit aber „sehr ernst“ und hat den hochrangigen Manager mittlerweile suspendiert.
Die ebenfalls aufgezeichneten rassistischen Kommentare („Verdammte Inder! Die können nicht selbstständig denken“) über indische Kollegen seien „inakzeptabel“ und spiegelten in keiner Weise „die Werte und die Kultur unseres Unternehmens wider“.
Skandal hat juristisches Nachspiel
Die Tonaufnahme ist zentraler Bestandteil einer Klage, die Robert Garza wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz gegen Campbell Soup und ehemalige Vorgesetzte eingereicht hat. Laut Klageschrift sei Garza im Jänner gekündigt worden, nachdem er angekündigt hatte, den IT-Manager wegen seiner Aussagen bei der Personalabteilung zu melden. Garza wertet seine Entlassung als direkte Vergeltungsmaßnahme.
Die Campbell Soup Company ist nicht nur wegen ihrer Produkte, sondern auch als Ikone der Popkultur bekannt. Der Künstler Andy Warhol verewigte die markanten rot-weißen Dosen in den Sechzigerjahren in einer weltberühmten Pop-Art-Serie und machte sie so unsterblich.










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