Vor einem Jahrhundertereignis will sich Bad Hofgastein vorsehen. Der nette Nebeneffekt: Mit dem Schutzprojekt hat der Ort ein wunderschönes Naherholungsgebiet bekommen. Ganz billig ist das allerdings nicht.
Er schwingt sich auf sein E-Bike und radelt einfach vor dem Auto der „Krone“-Redakteurin durch Bad Hofgastein. Bürgermeister Markus Viehauser (ÖVP) ist schnell unterwegs, aber es ist auch ein Projekt, auf das er besonders stolz ist und das er gerne herzeigt.
Dabei geht es eigentlich um ein heikles Thema: Schutz vor Hochwasser. 2022 hatte Bad Hofgastein ein 30-jähriges Hochwasser. Das Schutzprojekt soll eine Vorbereitung für ein 100-jähriges Hochwasser sein.
„Mit dem Klimawandel werden die Niederschläge mehr und das Einzugsgebiet für die Niederschläge wird größer – dadurch werden auch die Wassermassen mehr und wir müssen darauf reagieren“, sagt Viehauser.
Zehn Millionen Euro sind bereits verbaut
22,5 Millionen Euro kostet das Projekt, das eines der größten Hochwasserschutzprojekte in Österreich ist. Viehauser ist froh, dass bei der Gemeinde nur gut 14 Prozent Eigenfinanzierung bleiben. Zwar läuft das Projekt noch, aber zehn Millionen Euro sind schon verbaut, in eineinhalb Jahren soll es fertig sein.
Vor Ort an der Gasteiner Ache zeigt sich, dass es nicht nur um Schutzwälle geht: „Durch die Ökologisierung der Ache ist aber auch ein Naherholungsgebiet entstanden.“
Anfangs sei die Bevölkerung sehr skeptisch gewesen. Schließlich musste auch mit vielen Grundbesitzern verhandelt werden. Inzwischen nimmt Viehauser eine Veränderung wahr. Denn die Bürger nutzen das neue Ufer im Winter zum Eisbaden, im Sommer zu erfrischen. Für die Wasserlebewesen sei die neue Gestaltung ohnehin besser.
Ganz unauffällig verstecken sich von Gras bewachsene Schutzwälle in den Wiesen, man muss schon genau hinschauen, um sie zu sehen. Auf den ausgewiesenen Überflutungsflächen darf nicht mehr gebaut werden. Die Grenzen vom Siedlungsgebiet sind dadurch definiert, der Talboden kann nicht zugebaut werden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.