Milizen verdrängt

Krim-Flughäfen wieder unter Kontrolle Kiews

Ausland
28.02.2014 16:58
Die von prorussischen Milizen besetzt gewesenen Flughäfen auf der Krim befinden sich wieder unter Kontrolle der ukrainischen Behörden. Das hat der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Andrij Parubij, am Freitag im Fernsehen bekannt gegeben. In der Nacht auf Freitag war der Airport von Simferopol vorübergehend besetzt worden, auch der Militärflughafen bei Sewastopol stand unter der Kontrolle der Milizen. Die Situation im Süden der Ukraine ist weiterhin enorm angespannt.

Eine Gruppe von etwa 50 Bewaffneten hatte die Kontrolle über den Flughafen in Simferopol übernommen und patrouillierte mehrere Stunden lang auf dem Gelände. Die Bewaffneten hatten russische Fahnen bei sich und trugen Militäruniformen.

Innenminister spricht von "Einmarsch"
Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow warf Russland Freitag früh einen "militärischen Einmarsch" vor. Es handle sich um ein Vorgehen, das alle internationalen Vereinbarungen und Normen verletze, erklärte Awakow.

Außerdem behauptete der Minister, mehr als 100 russische Soldaten seien auf dem Flughafen aufgetaucht. Zudem würden Angehörige der auf der Krim stationierten russischen Schwarzmeerflotte den Airport der Stadt Sewastopol blockieren. "Ich halte den Vorgang für eine direkte Provokation auf dem Territorium eines unabhängigen Staates", so Awakow.

Ein Sprecher der Schwarzmeerflotte wies die Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Wegen der gespannten Lage sei lediglich der Schutz der Marineeinrichtungen verstärkt worden. Die Agentur Interfax meldete, die Männer seien prorussische "Selbstverteidigungskräfte" gewesen.

Diskussion über eine Abspaltung der Krim
Indes heizten russische Abgeordnete die Debatte über eine Abspaltung der Krim von der Ukraine mit einem Gesetzesentwurf weiter an. Künftig soll bereits ein Referendum und nicht wie bisher ein völkerrechtlicher Vertrag genügen, damit sich ein Land oder Landesteil Russland anschließen kann, heißt es in dem Entwurf, der in der Duma in Moskau vorgestellt wurde.

Die Halbinsel Krim ist die letzte größere Bastion der Anhänger Janukowitschs. Rund 60 Prozent der Bewohner sind ethnische Russen. Am Donnerstag hatte das Regionalparlament der Krim ein Referendum über die Souveränität der Halbinsel angesetzt. Es soll am 25. Mai und damit am selben Tag stattfinden, an dem auch ein neuer ukrainischer Präsident gewählt wird.

Die Konfrontation auf der Krim stellt die Ukraine zunehmend vor die Zerreißprobe. Die NATO warnt vor einer Eskalation. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry riefen Russland zu einer konstruktiven Rolle bei der Stabilisierung der Ukraine auf.

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