Wiener Staatsoper

Romantisches Operntreiben, von innig bis zu zahm

Kritik
07.11.2025 16:59

Gounods „Faust“ verführt wieder in Frank Castorfs großartigem Regiewurf. Die großteils neue Sängerriege überzeugt, während das Dirigat den Abend allzu anämisch, wenn auch genussvoll klangschön ausbremst.

kmm

Das grandiose Paris-Konglomerat, das Aleksandar Denić für Frank Castorfs vielschichtige „Faust“-Inszenierung erstmals 2016 auf die Stuttgarter Opernbühne gestellt hat, dreht sich jetzt wieder in Wien. Zum 12. Mal seit der Übernahme in der Covid-Saison 20/21. John Osborn steht dabei erstmals regulär in der Titelrolle auf der Bühne – und nicht wie bei seinem Debüt im November 2021 als Einspringer nur singend auf der Seite.

Sein Faust ist ein Muster an lyrischer Kultiviertheit, mit bombensicheren Höhen und reichlich Schmelz. Herrlich, wie gefühlvoll innig ihm im süß wohligen Zusammenspiel mit Volkhard Steudes Solovioline sein „Salut! Demeure chaste et pure“ gelingt. Dazu passt dann sogar die lyrische, höchst solide Gangart, die Frédéric Chaslin am Pult des klangschön folgenden Orchesters anschlägt. Wobei er diesen hyperromantischen Streichelkurs allzu oft bis nahe an den Stillstand ausreizt und so dem Abend viel zu viel an Energie und dramatischer Kraft nimmt.

Dabei legt Alex Esposito seinen ersten Wiener Méphistophélès herzhaft kernig, mit großer Spielfreude an, so wie auch Olga Kulchynska mit tüchtig leuchtendem Sopran als Marguerite leidet. Monica Bohinec als Marthe, Margaret Plummer als Siébel und Leonardo Neiva als Wagner ergänzen fein zweckdienlich. Chor und Extrachor können sich steigern, nur Stefan Astakhov plagt sich über Gebühr mit dem Valentin.

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