St. Veits Ortschef:

„Werde Senioren nicht auf Straße stehen lassen“

Salzburg
01.11.2025 10:00

Neun Salzburger Gemeinden bangen derzeit um ihren Seniorenhaus-Betreiber. Schuld daran sind alte Tagsätze, die das Land Salzburg nicht erhöht und welche die Abgänge der Einrichtungen – also die roten Zahlen – decken könnten. 

Tarifobergrenze – dieses sperrige Wort treibt derzeit so manchem Salzburger Bürgermeister Schweißperlen auf die Stirn. Denn: Es könnte darüber entscheiden, ob in neun Gemeinden die Seniorenwohnhäuser weiterhin vom Hilfswerk betrieben werden können – oder eben nicht. Konkret geht es dabei um den sogenannten Tagsatz, der vom Land Salzburg bezahlt wird und um mindestens neun Euro pro Senior und Tag erhöht werden müsste, damit Seniorenheime keine tiefroten Zahlen schreiben.

Zitat Icon

Wenn das Hilfswerk ernst macht und ab Anfang 2027 weg ist, dann wird das ein Riesenproblem. Ich werde Senioren sicher nicht auf der Straße stehen lassen.

Manfred Brugger, Bürgermeister St. Veit

„Das Hilfswerk als Betreiber kommt nicht mehr durch“, spricht St. Veits ÖVP-Bürgermeister Manfred Brugger von einem „Riesenproblem“, denn: „Ich weiß nicht, wie wir hier jährlich einen Abgang von 150.000 Euro übernehmen sollten.“ Um sich das zu leisten, müssten andere Dinge eingespart werden.

Sollte sich das Hilfswerk salzburgweit zurückziehen, bräuchte es nach Ablauf der Kündigungsfrist ab Anfang 2027 überall neue Betreiber. Mauterndorfs Bürgermeister Herbert Eßl (ÖVP) ist sich sicher, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. „Es wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht“, hofft er.

Als „relativ früh“ bezeichnet Werfens Ortschef Hubert Stock (ÖVP) die Debatte. Die Forderungen nach höheren Tagsätzen seien bekannt und diesen schließe er sich an. „Eigentlich müssen sich Land und Gemeinden die Kosten zu Hälfte teilen“, sagt er. Sollten Gemeinden künftig die Abgänge tragen, könnte sich das verschieben. „Das Land würde sich wieder um Kosten drücken.“ Für die Senioren wäre er bereit, mehr zu zahlen, aber nur, wenn der höhere Anteil fair mit dem Land geteilt wird. „Wir hoffen, dass das Land ein Einsehen hat“, sagt der Ortschef.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung