Raubkunst

Gurlitt: "Wollte nur mit meinen Bildern leben"

Ausland
17.02.2014 12:23
"Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe": Auf einer eigens eingerichteten Internetseite hat sich Kunstsammler Cornelius Gurlitt am Montag zu seiner Sammlung und der Berichterstattung über seine Person geäußert.

Die Anwälte des Münchner Kunstsammlers gehen mit der eigens eingerichteten Internetseite zur umstrittenen Kunstsammlung in die Offensive. In einem persönlichen Statement des 81-Jährigen heißt es: "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstinteressierte". Viel sei in den vergangenen Wochen passiert und passiere noch immer, so Gurlitt in eigener Sache.

Vor zwei Jahren wurden seine Bilder beschlagnahmt, seit Bekanntwerden des Falls im vergangenen Jahr wird darüber diskutiert. "Manches von dem, was über meine Sammlung und mich berichtet wurde, stimmt nicht oder stimmt so nicht", heißt es dazu in dem Statement. "Deshalb wollen meine Anwälte, mein Betreuer und ich hier einige Informationen bereitstellen, um die Diskussion um meine Sammlung und um meine Person zu versachlichen", so der Kunstsammler.

Gurlitt stellt sich "historischer Verantwortung"
Unter dem Punkt "Die Haltung von Cornelius Gurlitt" erklären seine Berater auf der Website zudem die Motivation des 81-Jährigen: "Cornelius Gurlitt sieht seine Aufgabe darin, die Sammlung seines Vaters zu erhalten und zu bewahren. Dennoch stellt sich Cornelius Gurlitt offen der historischen Verantwortung." Sein Vater Dr. Hildebrand Gurlitt habe die Werke "legal im Wege des Kaufes und Tausches vom deutschen Reich erworben".

Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Gurlitts umstrittene Kunstsammlung deutlich größer ist, als zuvor bekannt. In Gurlitts Haus in Salzburg waren 60 weitere Bilder gesichert worden, die nun im Auftrag des Sammlers begutachtet werden, um herauszufinden, ob es sich dabei um Nazi-Raubkunst handeln könnte.

Kunstsammler "gern bereit", Rückkaufangebote zu prüfen
Auf der Website ist auch von "vereinzelten Rückkaufangebote von deutschen Museen" für die als "entartete Kunst" bezeichneten Sammlungsbestandteile Gurlitts die Rede. Der 81-Jährige sei "gerne bereit", solche Rückkaufangebote, so sie dem Marktwert des Werkes und der Rechts- und Sachlage entsprechen, gewissenhaft zu prüfen. Wegen des gesicherten Eigentumserwerbs durch seinen Vater würden allerdings andere Alternativen als der Rückkauf durch die deutschen Museen nicht in Betracht kommen.

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