Das Land Tirol möchte im Sozialbereich bekanntlich sparen. Alarm schlägt deswegen unter anderem die Lebenshilfe. Die Konsequenzen der geplanten Landes-Einsparungen in der Behindertenhilfe sollen nun „testweise aufgezeigt“ werden...
Mit einer Protestaktion möchte die Lebenshilfe Tirol zum Aufbegehren gegen die finanziellen Kürzungen im Behindertenbereich mobilisieren – in dem sie die Konsequenzen der Kürzungen von 20. bis 24. Oktober umsetzt. Diese seien nämlich fatal, wie Geschäftsführer Georg Willeit emotional in einer Pressekonferenz darlegt.
Über 100 Mitarbeiter werden arbeitslos werden. Mit Menschlichkeit und planerischer Vernunft hat das nichts mehr zu tun.

Georg Willeit, GF Lebenshilfe Tirol
Bild: Christof Birbaumer
15 Millionen Euro weniger – damit wären Teile des von der Landesregierung beschlossenen Tiroler Teilhabegesetzes gar nicht mehr erfüllbar, wie die „Tiroler Krone“ bereits im Juli berichtete.
Emotionale Debatte auch im Landtag
Auch im vergangenen Tiroler Landtag gab es, wie ebenfalls berichtet, eine emotionale Debatte darüber. Schon im Juli machte die Lebenshilfe darauf aufmerksam, dass es ihr nicht möglich sein wird, alle Standorte im Bereich Arbeit für Menschen mit Behinderung, auch Tagesstruktur genannt (früher Werkstätten), zu erhalten. Gekürzte Öffnungszeiten ergeben sich ebenso wie ein gekürztes Taschengeld für die Arbeit in den Strukturen von 55 auf 26 Euro pro Monat. Die Kürzungen werden die Angehörigen treffen. Die Klienten sind im Schnitt 44 Jahre alt.
Zahlen rund um den gemeinnützigen Verein
Die Lebenshilfe Tirol ist ein gemeinnütziger Verein und agiert im Auftrag des Landes. Ihr Bilanzgewinn 2024 betrug 7,2 Millionen Euro. Die Personalkosten sind von 2023 auf 2024 um 7,5 Prozent gestiegen. Ein aktueller Wirbel in der Lebenshilfe Judenburg (Steiermark) erinnert an den Tiroler Lebenshilfe-Skandal in Tirol 2010.
Regierung beschloss nun doch Erhöhung
Am Dienstag hat die schwarz-rote Tiroler Landesregierung nun doch eine Erhöhung der Tarife in der Behindertenhilfe um 1,6 Prozent für das kommende Jahr angekündigt. Dies werde durch Einsparungen in anderen Bereichen und eine absehbar höhere Dividende des landeseigenen Energieversorgers Tiwag ermöglicht. Das Budget der Behindertenhilfe steige somit auf 253,7 Millionen Euro.
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