Neue Ausstellung

Wie Gustav Klimt nach Vorarlberg kam

Vorarlberg
06.10.2025 06:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Eine Sonderausstellung in der Kunstsammlung „Arche Noah“ in Hohenems widmet sich derzeit der Verbindung Gustav Klimts zu Vorarlberg. Diese ist deutlich enger, als bislang allgemein bekannt war. 

Gustav Klimt und Vorarlberg – was bisher kaum zusammenzubringen war, ist nun Gegenstand einer Ausstellung, die in den Räumlichkeiten der „Arche Noah Kunstsammlung Hans Bäumler“ in Hohenems zu sehen ist. Kurator Tobias G. Natter gestaltete die Schau und setzte zwischen Klimt und Vorarlberg den Textilfabrikanten Julius Rhomberg, Miteigentümer der Textilfabrik Herrburger & Rhomberg – sozusagen als Verbindungsstück. Mit gutem Grund: Rhomberg und Klimt lernten einander 1889 in Wien kennen, die Freundschaft setzte sich auch fort, als Rhomberg wieder ins Ländle heimkehrte. Davon zeugt etwa eine Glückwunschkarte, die Klimt anlässlich der Vermählung Rhombergs Jahre später selbst gezeichnet hat – und die in der Schau ausgestellt ist.

Blick in die neue Sonderschau in Hohenems: Künftig soll in den Räumlichkeiten jedes Jahr eine ...
Blick in die neue Sonderschau in Hohenems: Künftig soll in den Räumlichkeiten jedes Jahr eine Sonderausstellung mit Verbindung zur Sammlung realisiert werden.(Bild: Othmar Heidegger)

Verbindung auf mehreren Ebenen
Generell habe der reiseunlustige Klimt zwar wenig Beziehung zu Vorarlberg gehabt, es lasse sich nicht einmal sicher sagen, ob er jemals im Land gewesen sei, sagt Natter, Experte für die Kunst in Wien um 1900 und ehemaliger Direktor des vorarlberg museum. „Die Spurensuche ergab aber viel mehr, als wir gedacht haben.“ So wurde auch noch eine andere Verbindung zwischen Klimt und Vorarlberg aufgespürt – nämlich in Person von Hermann Flöge, Bruder der Modeschöpferin und Klimt-Muse Emilie Flöge. Dieser war Prokurist in der Wiener Niederlassung von Herrburger & Rhomberg. Ihm ist eines der insgesamt sieben Kapitel der Schau gewidmet. Man stand brieflich in Kontakt, besuchte gemeinsam Bälle, traf einander zu Spaziergängen.

Die von den Künstlern der Wiener Secession propagierte Einbeziehung von Kunst in den Alltag zeigt sich nicht zuletzt in den Jugendstilstoffen, die Herrburger & Rhomberg nach Entwürfen aus dem Klimt-Umfeld herstellte und die erstmals zu sehen sind. Vom wechselseitigen Austausch zeugen weiters Fotos von der Dornbirner Gewerbeausstellung 1900, bei der Hobby-Maler Julius Rhomberg den Pavillon der Textilindustrie mitgestaltete, und Bilder der Wiener Kunstschau 1908, wo Klimt mitwirkte und Herrburger & Rhomberg Teile der Ausstellungsräume, die Terrasse und das Kaffeehaus mit Heimtextilien ausstatteten.

Stoffe, gefertigt nach Entwürfen des Klimt-Umfelds.
Stoffe, gefertigt nach Entwürfen des Klimt-Umfelds.(Bild: Arche Noah)

Sonderstatuts für die Vorarlberger Unternehmen
„Dieser Auftritt verlieh Herrburger & Rhomberg innerhalb der österreichischen Textilindustrie einen Sonderstatus“, erklärt Natter zu diesen Anfängen der Verbindung von Kunst und Industrie. Vorarlberg lag zwar am äußersten Rand der Monarchie, habe aber energisch den wirtschaftlichen Anschluss an die Moderne gesucht, so der Kurator.

Zu sehen sind außerdem Studien und Zeichnungen Klimts aus Vorarlberger Privatbesitz, zwei Briefe Klimts aus dem Landesarchiv und Lichtdrucke aus Klimts Mappenwerk. Zu erleben ist die Schau noch bis 26. Jänner 2026. Künftig soll in der „Arche Noah“-Sammlung jährlich eine Sonderschau mit Verbindung zur Sammlung beziehungsweise zur Region realisiert werden.

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