Ist die viel geliebte Puppe kaputt, dann hilft sie! Karin Gugg aus Wals repariert fast alles. Die Doktorin für Puppen kann dabei auf ein Lager mit einer Million Teile zurückgreifen. Findet sie dort nichts, dann gibt es immer noch Flohmarkt, Internet und sogar den Sperrmüll.
Das Wegwerfen ist ein Problem. Es wird nicht mehr so gebaut wie früher“, ist Puppendoktorin Karin Gugg überzeugt. Und sie muss es wissen, denn die Walserin schenkte bereits unzähligen Spielzeugen ein zweites Leben. „Nicht nur Puppen, sondern auch Puppenküchen können die Zeit überdauern. Die älteste, die ich repariert habe, stammt von vor 1900.“ Das ursprüngliche Konzept dahinter – Mädchen als brave Hausfrauen anzuleiten – sei zwar zu hinterfragen. Doch generell könne auch heute noch damit gespielt werden.
Gestartet haben Guggs Sammelleidenschaft Tierfiguren aus Masse – einer Mischung aus Sägemehl und Leim. „Als ich gesehen habe, wie liebevoll mein damals wilder, 1,5 Jahre alter Sohn diese aufgestellt hat, habe ich mit dem Reparieren angefangen.“ Kurz darauf dehnte sich diese Leidenschaft auf Puppen, Teddybären und Puppenhäuser aus.
Viele ihrer Ersatzteile stammen von Flohmärkten oder dem Sperrmüll. „Da habe ich schon wunderschöne Dinge gefunden, etwa eine Tapete für ein Puppenhaus.“ Das aktuelle Ersatzteillager, das teilweise in der Walser Bachschmiede eingelagert ist, schätzt sie auf „gute eine Million Teile.“
„Mütter wollen Puppen oft an Kinder weitergeben“
Aktuell betreffen die häufigsten Reparaturen Vinylpuppen mit Stoffkörpern. „Mütter wollen sie oft ihren Kindern weitergeben und ich richte sie her, damit sie wieder sicher bespielbar sind.“ Schwierig ist hier die Suche nach passenden Augen. Diese werden in Europa nicht mehr hergestellt. „Manche bestelle ich aus China und – was ich Kindern gar nicht sagen darf – einige stammen aus kaputten Puppen.“
Dass heutzutage stark auf billiges Plastik gesetzt wird, gefällt der Puppendoktorin gar nicht. „Oft sind Klebestellen dann nur wenige Millimeter groß. Wenn da ein Bein abbricht, kann man das vergessen.“
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