Glück im Unglück für Max: Ganz alleine ist er bei der Bewältigung dieser Aufgabe nicht. Eine wunderliche alte Frau steht ihm mit Rat und auch Tat zur Seite, indem sie seinen bis dato gewöhnlichen Stift verzaubert und mit magischen Fähigkeiten versieht. Kenner erstaunt dies nicht, lieferte Entwickler Press Play mit dem Download-Titel "Max and the Magic Marker" doch den Vorgänger zu "Max and the Curse of Brotherhood".
Gebieter über Äste und Lianen
Da wie dort gilt es, Brüderchen Felix mithilfe des magischen Stifts aus seiner misslichen Lage zu befreien. Das Zeichenwerkzeug kann zu diesem Zweck an definierten Stellen im Spiel verwendet werden, um bestimmte Elementarkräfte zu entfesseln. Zunächst beschränkt sich das Zaubertalent des Stifts auf das "Heranzüchten" von Steinsäulen, später kommen Äste, Lianen und Wasserwege hinzu, die sich direkt in das Bild zeichnen lassen – vorausgesetzt, der magische Tintenvorrat reicht.
Die eigentliche Herausforderung besteht allerdings darin, die verschiedenen Zauber miteinander zu kombinieren. So muss Max beispielsweise, um eine Schlucht zu überqueren, zuerst in der Talsohle einen langen Ast zeichnen, diesen anschließend knapp oberhalb der Wurzel abschneiden und mithilfe einer Steinsäule möglichst mittig emporheben, um das Konstrukt als wackelige Brücke nutzen zu können.
Spielspaß mit Tücken
In der Regel funktioniert das Zeichnen von Ästen, Lianen und Co. sehr gut, auch wenn es mitunter mehrere Anläufe braucht, um die gewünschte Form zu erzielen. Schwierig wird es allerdings immer dann, wenn Max unter Zeitdruck arbeiten muss, etwa weil ihm das große Monster und andere Feinde auf den Fersen sind. Dann heißt es, Steinsäulen etwa durch einen gezielten Schnitt mit dem Marker so einstürzen zu lassen, dass Wachen in den Abgrund stürzen oder in eine Falle tappen.
Prinzipiell sehr löblich ist, dass die Entwickler bei derlei Verfolgungssequenzen die Spielgeschwindigkeit drosseln, was dem Spieler mehr Zeit gibt, zu reagieren. Oftmals sind die Zeitfenster allerdings so knapp bemessen, dass sie nicht den geringsten Aktionsspielraum erlauben. Nur einen Sekundenbruchteil zu spät aufs Knöpfchen gedrückt, und schon beginnt der leidige "Spaß" von vorne. Was anfangs nur ärgerlich ist, wird schnell frustrierend. Vor allem aber zeigt sich in diesen Momenten, dass "Max and the Curse of Brotherhood" trotz seiner Altersfreigabe ab zwölf Jahren nur bedingt für die jüngere Gamerschaft taugt.
In optischer Hinsicht kann man dem Download-Titel für Xbox 360 und Xbox One hingegen keinerlei Vorwürfe machen. Die abwechslungsreich gestalteten Pseudo-3D-Landschaften des Plattformers wurden in der getesteten Version für die Xbox One liebevoll in Szene gesetzt und lassen den Spieler mehr als ein Mal vergessen, dass er sich in dem Seitwärts-Scroller eigentlich stets nur auf einer Ebene bewegt. Unterlegt wurde das Ganze mit einer stimmigen Sound- und Musikkulisse. Prädikat: sehens- und hörenswert.
Fazit: Knifflige Rätsel, fordernde Action, optisch ansprechende und abwechslungsreiche Level sowie ein gelungener Soundtrack – "Max and the Curse of Brotherhood" bietet eigentlich alles, was man sich von einem guten Spiel erwartet. Und dennoch treibt es den Spieler mitunter zur Weißglut, was vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass ausgerechnet das wichtigste Spielfeature, nämlich der magische Stift, in entscheidenden Momenten versagt, weil sein Handling zu langsam und teils ungenau ist. Wer sich von derlei Frustmomenten nicht kleinkriegen lässt und Finger wie Grips gleichermaßen fordern möchte, ist bei "Max and the Curse of Brotherhood" jedoch bestens aufgehoben, nicht zuletzt aufgrund des günstigen Anschaffungspreises von rund 15 Euro.
Plattform: Xbox One (getestet), Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 7/10











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