Die Nachwehen des Hochwassers im Osten, eine schwächelnde Bauwirtschaft und routinemäßige Anlagenrevisionen sorgen für volle Lager bei heimischen Entsorgungsbetrieben. Der Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer sieht die Politik gefordert, erwartet aber eine Entspannung.
Die Hochwasserkatastrophe im Osten Österreichs ist mittlerweile fast ein Jahr her, doch die Auswirkungen sind noch immer spürbar – auch in Tirol. Denn die Entsorgungsbetriebe sind mit einem Rückstau konfrontiert.
Matthias Zitterbart, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement in der WK Tirol, erklärt: „Aufgrund der Hochwasserkatastrophe letztes Jahr und dem damit verbundenen Ausfall der größten Anlage in Niederösterreich sind die österreichischen Müllverbrennungsanlagen zum Teil nach wie vor beschäftigt, die Lagermengen abzubauen.“
Generell ist in den Sommermonaten die Zeit der Anlagenrevisionen, in der es alle Jahre zu temporären Übernahmereduktionen kommt.
Matthias Zitterbart, WK Tirol
Hinzu komme die schwächelnde Baukonjunktur, die auch die Zementindustrie betrifft. Diese nutzt Restmüll als Ersatzbrennstoff. „Durch die niedrigere Nachfrage verlagert sich die Menge auf die öffentlichen Müllverbrennungsanlagen“, so Zitterbart. Deren Abnahmemengen reduzieren sich im Sommer ohnehin wegen stattfindender Revisionen.
Forderungen an Politik, Verbesserung erwartet
All das führt laut Zitterbart dazu, dass Tirols Entsorgungsbetriebe ihre Abnehmerstruktur erweitern – früher waren es ein bis zwei. Aber: „Kurzfristige Mengen sind am Markt teurer“, sagt Zitterbart. Helfen würde Entsorgungsbetrieben, wenn die Errichtung von Übernahmestellen und Lagerkapazitäten leichter genehmigt würden. Außerdem müsse es einfacher werden, Zulassungen zu bekommen, um Müll zu Spitzenzeiten ins Ausland zu exportieren.
Der Fachgruppenobmann rechnet allerdings damit, dass sich die Situation bald entspannt: Wenn die Revisionen vorbei sind, die Baukonjunktur erstarkt und die Lagermengen des Vorjahres abgearbeitet sind.
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